Junior – Universität:

Annette-Schülerinnen und Schüler 

als Studierende an der WWU Münster

 

Im Februar des Jahres 2002 entstand der Wunsch des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums, die an der Schule bestehenden Möglichkeiten des so genannten Enrichments in der Begabungsförderung für die gymnasiale Oberstufe zu erweitern durch das Angebot, Vorlesungen und Übungen an der Westfälischen Wilhems-Universität Münster zu besuchen.

Besondere  Unterstützung erhielt die Schule hierbei von  Herrn Woestmann, Leiter der Zentrale Koordination Lehrerausbildung  der Universität Münster, der in Absprache mit der Oberstufenkoordination (Abstimmung mit dem Stundenplan der Jahrgangsstufen 12 und 13) erstmals für das Wintersemester 2002/03 ein Vorlesungsangebot entwickelte, das die gewünschten Fachrichtungen und Interessensgebiete der Schülerinnen und Schüler weitestgehend abdeckte (Vorlesungen bzw. Übungen in Wirtschaftswissenschaften, Jura, Philosophie, Psychologie, Kommunikationswissenschaft, Informatik, Medizin, Kunstgeschichte, Sprachen). Vergleichbare Angebote wurden inzwischen auch für die folgenden Semester erstellt.

Zielsetzung:

Wie alle Enrichmentformen bietet die „Junior-Universität“ den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten mit einem Fachgebiet intensiver, als dies im Unterricht möglich ist, auseinander zusetzen. Zusätzlich geht es bei diesem Projekt auch darum, dass die Jugendlichen den universitären Betrieb kennen lernen und diese Erfahrungen in ihre Studien- oder Berufsentscheidung einbeziehen.

Organisation:

Die Schülerinnen und Schüler, die an dem Projekt teilnehmen, wählen ihre Veranstaltung in Absprache mit der Universität aus. Die Schule prüft, in welchen Fächern dafür Unterricht ausfällt. Auch wenn es keine verbindlichen Vorschriften gibt, empfiehlt es sich, nicht mehr als eine Doppelstunde im Leistungskursbereich und nicht mehr als eine Einzelstunde im Grundkursbereich ausfallen zu lassen. Selbstverständlich müssen die Schülerinnen und Schüler den versäumten Stoff nachholen, Klausuren oder andere schulische Verpflichtungen haben vor der Teilnahme an der Vorlesung oder Übung Vorrang. Grundsätzlich liegt die Verantwortung bei der Schule, so dass die Absprachen über Unterrichtsausfall mit den beteiligten Fachlehrerinnen und Fachlehrern sorgfältig erfolgen. Die volljährigen Schülerinnen und Schüler oder - bei minderjährigen - ihre Erziehungsberechtigten unterschreiben für die Teilnahme an dem Projekt eine Einverständniserklärung.

 

Betreuung der Schüler/innen während des Semesters:

Die Schülerinnen und Schüler werden drei bzw. vier Lehrkräften als Mentoren/Mentorinnen zugeteilt, die diese nach Möglichkeit aus dem Unterricht kennen und bezogen auf die gewählte universitäre Fachrichtung affine Fachbereiche vertreten. Die Lehrkräfte verstehen sich als Ansprechpartner der Schülerinnen und Schüler, die jederzeit für Rückfragen zur Verfügung stehen, sich über den Stand der Arbeit informieren und bei Bedarf Kontakt zur Universität halten.

Außerdem müssen die Schülerinnen und Schüler ein Lerntagebuch schreiben, in dem unter anderem auch der Inhalt der Vorlesungen/Übungen und der Lernfortschritt skizziert werden. Hierdurch wird auch der Informationsfluss zwischen der Universität und der Schule, die ja weiterhin die Verantwortung für die Ausbildung hat, gewährleistet. Die Mentoren kontrollieren zwei- bis dreimal pro Semester die Lerntagebücher und haben so Einblick in die Inhalte, mit denen sich die Schüler und Schülerinnen auseinander setzen. Das ist einerseits wichtig, falls fachlicher Rat benötigt wird, andererseits ist die Information notwendig, um gemeinsam Möglichkeiten zu entwickeln, die neuen Erkenntnisse und Erfahrungen in die Schule zurückfließen zu lassen.

Bei dem Projekt „Schüler-Uni“ geht es vor allem auch darum, dass das schulische Lernen individualisiert wird. Um solche Formen für die Lernenden erfolgreich zu gestalten, ist es notwendig, dass neben der inhaltlichen Arbeit auch der Lernprozess reflektiert wird. Das Lerntagebuch bietet eine gute Möglichkeit, die eigene Lernbiographie zu dokumentieren. Die Verpflichtung zur Erstellung von Lerntagebüchern gilt daher auch für Veranstaltungen, die in der unterrichtsfreien Zeit liegen.

Evaluation:

Dieses zusätzliche Angebot der Schule haben bisher pro Semster zwischen 20 und 25 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 wahrgenommen. Am Ende der Semester gaben sie eine mündliche Einschätzung ihrer Erfahrungen während der gemeinsamen Treffen in der Gesamtgruppe ab sowie eine schriftliche Stellungnahme zu einem von der Schule entwickelten  Fragenkatalog.

Daraus ergab sich, dass für die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler die anfänglichen Zielsetzungen sich weitgehend erfüllt hatten: Übereinstimmend wurden ein Zuwachs an Erfahrung und Wissen, an Kommunikationsfähigkeit, an Selbständigkeit des (methodischen) Arbeitens fest sowie Entscheidungshilfe für die spätere Studien- und Berufswahl festgestellt.

Diese sehr positive Resonanz bestätigt die Schule in ihren Engagement für den Aufbau und die organisatorische Gestaltung dieses Pilot-Projektes „Junior-Universität“ in Münster.

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