„Meine liebe Elli“ – Ausstellung der Projektergebnisse der deutschen Schülergruppe im Rahmen des gemeinsamen Schülerprojektes des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums Münster  und der Allgemeinbildenden Mittelschule Nr. 2 in Iwankiw /Ukraine

 

Das Iwankiw-Projekt des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Münster ist ein deutsch-ukrainisches Jugendforschungsprojekt, das seit September 2006 ein Jahr lang im Rahmen des Förderwettbewerbs „Geschichtswerkstatt Europa“ des Fonds „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und der Robert Bosch Stiftung gefördert wurde.  Der Fonds „Erinnerung und Zukunft“ fördert Projekte, die sich in Form von internationalen Geschichtswerkstätten mit ideologisch oder nationalistisch verkürzten Geschichtsdarstellungen kritisch auseinandersetzen und die gemeinsame europäische Dimension nationaler, regionaler oder lokaler Geschichte sichtbar machen. Die Projektgruppen müssen sich, so auch das Iwankiw-Projekt, aus mehreren Teilnehmergruppen zusammensetzen, von denen ein Partner aus Deutschland und mindestens ein weiterer aus Mittelost-, Ost- oder Südosteuropa kommt. Im Falle des Iwankiw-Projekts handelt es sich neben einer zehnköpfigen Schülergruppe des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums um eine fünfköpfige Schülergruppe der Allgemeinbildenden Mittelschule Nr. 2 in Iwankiw (Gebiet Kiew, Ukraine). Projektträger des Gesamtprojekts ist die Ukrainische Nationalstiftung

Gemeinsame Arbeitsgrundlage des Projekts

Die gemeinsame Arbeitsgrundlage des Iwankiw-Projekts wurde den deutschen und ukrainischen Projektteilnehmern dankenswerterweise von Prof. Dr.-Ing. Harald Bösche aus Münster zur Verfügung gestellt.

Es handelt sich um über hundert unveröffentlichte und unausgewertete Fotografien und Privatbriefe aus den Jahren 1942–1943, die aus dem Nachlass von Harald Bösches Vater Johann Bösche (1907-1972) stammen. Der gelernte Landwirt Johann Bösche war von September 1942 bis Oktober 1943 im ukrainischen Städtchen Iwankiw, ca. 90 km nördlich von Kiew, als Referent des dortigen Gebietslandwirts stationiert.

Die Projektarbeit – Projektphasen

In einer ersten Projektphase setzten sich die ukrainischen und die deutschen Schülerinnen und Schüler - jeweils im Rahmen einer freiwilligen außerunterrichtlichen Arbeitsgemeinschaft – unter Anleitung ihrer jeweiligen Geschichtslehrer/innen mit den Fotografien und Briefen Johann Bösches auseinander.

Zweite Projektphase: Reise der deutschen Projektteilnehmer in die Ukraine

Während einer Reise der deutschen Schülergruppe in Begleitung ihrer betreuenden Geschichtslehrer in die Ukraine vom 24. – 30. März 2007 kam es zu einer ersten Begegnung der deutschen und der ukrainischen Schülerinnen und Schüler sowie zu einem Austausch der Projektergebnisse.

Außerdem eröffneten die deutschen und die ukrainischen Schüler am 27. März 2007 gemeinsam eine Ausstellung im Heimatmuseum in Iwankiw, die die Ergebnisse der ersten Projektphase dokumentiert. Darüber hinaus haben die ukrainischen und deutschen Schüler ihre Ergebnisse ausgetauscht und Vorträge gehalten. Verbunden war der Besuch auch mit der Begegnung mit Zeitzeugen, u.a. ehemalige Zwangsarbeiter/innen

Gegenbesuch der ukrainischen Projektteilnehmer

Vom 21. – 25. August 2007 fand der Gegenbesuch der ukrainischen Projektpartner in Münster statt. Neben einem weiteren Austausch der Projektergebnisse eröffneten die ukrainischen und die deutschen Schülerinnen und Schüler am 23. August 2007 gemeinsam die Projektausstellung am Annette-Gymnasium.

Teilnehmer des Projektes

Die ukrainische Schülergruppe, Ruslan Davydor, Tetiana Ivanenko, Yaroslav Melnychuk, Viktoriia Prevor und Dmytro Serhienko, arbeitete unter der Leitung von Frau Oksana Nikolaychuk von der Ukrainischen Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ (die Stiftung war u.a. für die Verteilung der Zwangsarbeiterentschädigungen zuständig und jetzt für humanitäre Hilfe für ehemalige Zwangsarbeiter) und Frau Galina Dubynska, Lehrerin an der Allgemeinbildenden Mittelschule Nr. 2 in Iwankiw.

Die deutsche Schülergruppe, Lisa Chiofalo, Verena Klämbt, Carolin Kunsleben, Laura Millmann, Morzall Paenda, Marius Riebandt, Philipp Seifert, Annika Thiemann, Diana Tombült, Carla Wember, arbeitete unter ihren Geschichtslehrern/innen Dr. Wolfhart Beck, Dr. Gundula Caspary und Bärbel Dahlhaus vom Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Münster.

Unterstützung fand die deutsche Schülergruppe bei ihrer Arbeit bei Herrn Stefan Querl vom Geschichtsort Villa ten Hompel, der die Schüler/innen in die Auswertung historischer Fotos einführte und bei der Materialrecherche behilflich war, und bei Roswitha Link vom Stadtarchiv Münster, die die Recherchen zur Zwangsarbeit unterstützte.

Projektergebnisse

Die Ausstellung, die noch bis November im Foyer des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums zu sehen ist, dokumentiert den Besatzungsalltag von August 1942 bis Oktober 1943 in der ukrainischen Stadt Iwankiw mit den thematischen Schwerpunkten: Organisation des Besatzungsregimes, Erfassung, Kontrolle und Ausplünderung der Landwirtschaft, Situation der ukrainischen Bevölkerung, Rekrutierung von Zwangsarbeitern, Widerstand der Partisanen sowie Darstellung des Projektes.

 

Zu den Ausstellungstafeln

Das Projekt

Der Zweite Weltkrieg und die Ukraine

Die Bevölkerung unter deutscher Besatzung

Zwangsarbeit

Das Besatzungsregime

Besatzungsalltag aus Sicht der Besatzer

Der Partisanenkrieg

 

 

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