Bio-Exkursion zum Heiligen Meer

Heiliges Meer? Da denkt man doch an das Gewässer, über das Jesus gewandelt sein soll. Das dachten wir erst auch, aber jetzt wissen wir es besser: Das Hl. Meer ist gar kein Meer, sondern ein See, genauer gesagt drei Seen bei Hopsten in der Nähe von Ibbenbüren. Die Seen sind über Nacht entstanden und teilweise bis zu 1000 Jahre alt. Wegen dieser Besonderheiten und ihren damit verbundenen ökologischen Eigenschaften haben wir, das ist der Biologie- Leistungskurs der Jahrgangstufe 12 unter der Leitung von Herrn Feldermann, eine zweitägige Exkursion zur „Außenstelle Heiliges Meer“ des Westfälischen Museums für Naturkunde, wie der offizielle Name lautet, durchgeführt. Wir wurden dort in einer Art Jugendherberge untergebracht. Auf einem unserer Zimmer blieb ein Bett zunächst leer, denn ein besonders fleißiger Mitschüler wollte keinen lehrreichen Schultag versäumen. Doch als er in der Schule vergeblich seinen Bio LK suchte, entschloss er sich dann doch noch dazu, alleine zum Heiligen Meer aufzubrechen...

Zu Beginn des ersten Tages wurden wir vom Stationsleiter Dr. Heinrich Terlutter über die Entstehung der Seen informiert.  Noch etwas müde versuchten wir, alle Informationen in unser Bewusstsein aufzunehmen, doch als wir uns dann endlich in Papas Gummistiefel zwängen durften und von einem ortsansässigen Lehrer durch das Gelände des Naturschutzgebietes geführt wurden, waren wir hellwach. Der absolute Höhepunkt des Tages aber war das Befahren des Sees mit einem Ruderboot. Daran kann man sehen, wie leicht wir zufrieden zu stellen waren. Vom Boot aus holten wir mit dem Planktonnetz einige Organismen aus dem Wasser, um sie später an den Arbeitsplätzen im Labor unter dem Mikroskop zu untersuchen und zu bestimmen, bevor es in den verdienten Feierabend ging.

Nach dem Abendessen in einem nahe gelegenen Gasthaus entschlossen wir uns, den Tag gemütlich in einer entfernteren Gaststätte ausklingen zulassen, doch der Weg von der Herberge zur Kneipe stellte sich dann doch noch als abenteuerlicher und anstrengender heraus als all die Wanderungen, die wir bis dahin an diesem Tage schon hinter uns hatten. Schließlich hatte dann auch der Letzte von uns seine ganz persönliche Erfahrung mit den Gewässern der Umgebung gemacht, als uns kurz vor dem Ziel ein Bach den Weg abschnitt, der nur über ein morsches Brett zu überwinden war. Der Abend endete spontan auf einer Kegelbahn und entpuppte sich dann als inoffizieller Höhepunkt.

Am nächsten Tag nahmen wir wieder Wasserproben vom Boot aus, nur dass wir diesmal die Inhaltsstoffe des Wassers entweder gleich im Boot oder später im Labor bestimmten, um auf diese Weise das Gewässer charakterisieren zu können.

Nachdem wir uns dann am Ende standesgemäß, aber auf eine ausgefallene Art und Weise ins Gästebuch der Biologischen Station eingetragen hatten, reisten wir wieder mit dem Bus ab. Die lehrreichen Eindrücke mussten wir bis zur Klausur im Gedächtnis behalten, an die lustigen werden wir uns vermutlich noch länger erinnern.    

Johanna Raidt, Peter Weber

 

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