Das Forder-Förder-Projekt -
ein Enrichment-Angebot am Annette-Gymnasium
Im vergangenen Schuljahr nahmen 12 Kinder der Jahrgangsstufe 6 an einem Projekt teil, bei dem sie zu Experten auf einem Gebiet wurden, das sie sich selber auswählten.
Und genau damit
begann die Arbeit: es war nämlich gar nicht so einfach, sich – ohne Vorgaben
durch Fächer oder Lehrer – auf ein Interessensgebiet festzulegen! Schließlich
sollte man sich viele Wochen lang mit dem selbst gewählten Thema beschäftigen,
eine Expertenarbeit dazu anfertigen und es am Ende seiner Familie, seinen
Lehrern und Freunden vorstellen.
Die Ergebnisse der Überlegungen waren erstaunlich und außerordentlich vielfältig, so ging es um Piratenfrauen, Achterbahnen, Erdbeben, die Elbensprache, schwarze Löcher und Vieles mehr. Hatte man sein Thema gefunden, wurde nach Herzenslust geforscht. Mit Hilfe von Stadtbücherei, Internet und Experten-Interviews wurden Antworten auf die vielen Fragen gefunden, die man sich gestellt hatte. Unterstützt wurden die Kinder dabei von Dr. Fischer vom ICBF, der das Projekt wissenschaftlich begleitete, von Studentinnen der Universität und von Frau Möllenbrink.
Es ging bei dem
Projekt aber nicht nur um die inhaltliche Arbeit, sondern vor allem auch um die
Förderung von methodischen und sozialen Kompetenzen, die notwendig sind, um
selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. Mindmaps wurden angefertigt,
Inhaltsangaben und Quellenverzeichnisse geschrieben, Einleitungen und
Schlussworte verfasst. Da das Projekt parallel zum Unterricht, im Rahmen des
Drehtür-Modells, durchgeführt wurde, mussten auch die versäumten
Unterrichtsinhalte nachbereitet werden. Da zeigte sich schnell, dass all diese
Arbeit ohne ein gutes Zeitmanagement und eine ordentliche Portion
Durchhaltevermögen nicht zu leisten war.
Natürlich waren dann am Ende alle stolz als sie ihr Werk in den Händen halten konnten!
Jetzt konnten
endlich die Vorträge vorbereitet werden. Auch hier zeigte sich, dass eine gute
Präsentation geübt werden will! Wieder waren Kreativität und
Anstrengungsbereitschaft gefragt, denn Ziel war es, in 10 Minuten dem Publikum
sein Thema möglichst umfassend und interessant vorzustellen. Natürlich waren
alle nervös als der Samstagmorgen kam, denn schließlich hält man nicht täglich
in der Aula des Schlosses einen Vortrag! Die gründliche Vorbereitung und das
Wissen, dass man Experte auf seinem Gebiet ist, halfen das Lampenfieber zu
besiegen. Alle Kinder konnten mit Hilfe von PowerPoint, Filmausschnitten und
unterschiedlichen Materialen überzeugende Einblicke in ihre Arbeit geben. Die
Freude über die geschaffte Arbeit – und sicher auch über den herzlichen Applaus
– war allen anzusehen!