Kleine „Experten“ - große Themen

Forder-Förder-Programm: Schüler zeigen Ergebnisse selbstständigen Lernens 

Einige messen kaum mehr als 1,45 Meter, manche tragen eine Zahnspange, wieder andere sind noch etwas pausbäckig – und doch dürfen sie sich „Experten“ nennen. Eine Tagung der besonderen Art fand im Rathausfestsaal statt: 63 Fünftklässler des Annette- und des Hittorf-Gymnasiums trugen ein Thema vor, das sie sich über ein Halbjahr hinweg selbstständig erarbeitet hatten. Die cleveren Mädchen und Jungs sind die zweiten, die das Forder-Förder-Projekt erfolgreich absolvierten haben.

Das Themenspektrum kannte keine Grenzen: Mit Monets Maltechnik beschäftigte sich beispielsweise Annette-Schülerin Carlotta Lotze. Ihr Mitschüler Marc Gattinger hingegen nahm für seinen Vortrag ein Skateboard auseinander. Der Hittorf-Schüler Sven Reddig betrachtete Klima und Umwelt der Zukunft, während sich Emilia Kaiser für ihr Referat die Planeten anschaute.

Die zehn- und elfjährigen Kinder hatten sich seit Februar jeweils eine Doppelstunde pro Woche mit ihrem Thema beschäftigt. Anders als beim ähnlichen „Drehtür-Projekt“nehmen aber ganze Klassen teil. Für Recherche und Ausarbeitung konnten die Schüler somit den Deutsch- und Politik-Unterricht nutzen. Von ihren betreuenden Lehrerinnen Margret Otten-Rühl und Kathrin Fels vom Annette- sowie Monika Konrad vom Hittorf-Gymnasium bekamen sie Rat.

Dr. Christian Fischer, wissenschaftlicher Leiter des Projekts am NRW-Landeskompetenzzentrum für Individuelle Förderung, betonte: „So etwas kann nicht früh genug gemacht werden.“ Das Einüben von „Strategien selbst gesteuerten Lernens“ dürfe nicht erst in der Oberstufe beginnen. Für die Schüler eröffne das Forder-Förder-Projekt neue Arbeitstechniken für spätere Arbeiten. Lehrkräfte würden indes entlastet, so Fischer, der die Kleinen gemeinsam mit Lehramts-Studenten der Universität betreute.

Bei Vorträgen in ihren eigenen Klassen hatten sich die Kinder den letzten Schliff geholt. Im Rathausfestsaal und den Nebenräumen standen sie teils mehr als fünf Minuten vor großem Publikum. Alle Schülerinnen und Schüler meisterten ihre Aufgabe mit Power-Point-Präsentationen und Handzetteln – aber vor allem: mit Bravour.

 

Westfälische Nachrichten, 11 06 2007

 

 

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