Erinnerungen bewahren
Abiturientinnen und Buchautoren berichteten im Annette-Gymnasium über Nachkriegszeit
Zehn
Abiturientinnen des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums stehen im Blickpunkt
der voll besetzten Aula. Mit ruhiger Stimme tragen sie vor, was sie über die
Nachkriegszeit wissen.
Doch noch interessanter als das Schulwissen sind ihre Fragen. Fragen, um die sie von Professorin Viola Gräfin von Bethusy-Huc und Claire Désenfant gebeten wurden.
Beide Frauen haben ein Buch über die „Zwischenzeit” - die Zeit zwischen Krieg und Frieden - geschrieben. Das Vorwort erbaten sie von Jugendlichen der dritten bzw. vierten Nachkriegsgeneration. Nora Eiling, Constanze Emmerich, Sandra Heine, Christina Justus, Julia Krüger, Olesja Müller, Vera Närmann, Laura Schierbaum, Yvonne Schleinhege und Sabrina Wietholt haben sich Gedanken gemacht und ließen die vergangenen Geschichtsstunden Revue passieren.
Zahlen
spiegelten dort das Gewesene wieder. Zum 60. Mal jährt sich das Kriegsende seit
1945. 50 Prozent des Straßen- und Schienennetzes waren zerstört. Genau wie 20
Prozent aller Wohnungen. Auch die Koordinaten der Staatsgrenze änderten sich.
Hinzu kamen Schlagworte wie miserable Wasserversorgung, quälender Hunger und
Trümmerfrauen. Doch wie erlebten die Menschen die Hamsterfahrten aufs Land?
Warum konnte man mit Zigaretten zahlen?
Aufgefallen ist den Schülerinnen, dass zuhause so gut wie nichts über das direkte Kriegsende berichtet wird. Selbst auf Nachfragen. Dennoch fanden sich Zeitzeugen dieser Jahre. Zu Wort kamen sie in dem Buch sowie am Mittwoch in der Aula.
Insgesamt sieben Autoren und die Herausgeberinnen berichteten auf Einladung des Gymnasiums über ihre Erlebnisse. Nach einer historischen Einordnung der Schülerinnen wurde ihnen Raum für private Erinnerungen gegeben. Erinnerungen einer aussterbenden Generation.
MZ 05.05.2005