Drittortbegegnung Münster – Fécamp in Nantes

 vom 27.03. – 03.04.2006

Die zweite deutsch-französische Drittortbegegnung zwischen der zehnten Klasse unseres Gymnasiums und dem Lycée Guy de Maupassant in Fécamp fand vom 27. 3. bis 3. 4. 2006 statt. Das gemeinsame Ziel war das französische Städtchen Nantes. Diese besondere Austausch-Form hatte letztes Jahr zum ersten Mal und mit Erfolg in Berlin stattgefunden. Organisiert wird sie von dem Land, in dem sich der Zielort befindet, dieses Jahr also Frankreich mit Nantes.

Am Montagmorgen ging es los und wir trafen uns alle (bis auf den Busfahrer, der vergessen hatte seine Uhr auf  Sommerzeit zu stellen) um 8.00 Uhr am Ostbad. Nach einer langen Fahrt, die wir mit Lesen, Ice Age gucken, Doppelkopf spielen, essen, schlafen und ähnlich interessanten Tätigkeiten verbrachten, kamen wir gegen 19.00 Uhr in Fécamp an, wo wir von unseren Austauschschülern, bei denen wir die folgende Nacht verbringen würden, freundlich begrüßt wurden.

Am nächsten Tag ging es pünktlich um 8.30 Uhr weiter (der Busfahrer hatte inzwischen auch gemerkt, dass es Sommerzeit war). Auf dem Weg nach Nantes machten wir einen etwa 3-stündigen Zwischenstopp am Mont-Saint-Michel, einer kleinen Felseninsel im Golf von Saint-Malo. Die Insel wird zu einem großen Teil von einem ehemaligen Benediktinerkloster eingenommen, und am Rande der engen Wege hinauf zum Gipfel des idyllischen Städtchens, wo man eine wunderschöne Aussicht genießen konnte, gab es viele kleine Läden, in denen  man Andenken und Crêpes kaufen konnte. Gegen 17.00 Uhr kamen wir in der Jugendherberge in Nantes an. Jeweils 5 oder 6 Schüler teilten sich ein Zimmer in gemischten französisch/deutschen Gruppen. Am Abend versammelten wir uns alle im Gemeinschaftraum und hörten uns, wie an den folgenden Abenden auch, ein Referat über das Programm am nächsten Tag an. Am Mittwoch besichtigten wir Nantes und der französische Geschichtslehrer erzählte uns viele interessante Dinge über dessen Kirchen, Schlösser etc. Anschließend hatten wir etwas Freizeit, um uns Nantes anzusehen und etwas zu essen. Danach besichtigten wir la Tour LU, eine ehemalige Keksfabrik für die französische Ausgabe des Leibniz Butterkeks und das musée des beaux arts.

Am Donnerstag besuchten wir einen Winzer, der uns erklärte, wie Wein gemacht wird. Danach gab es für die Lehrer Wein und wir wurden mit Traubensaft „abgespeist“. Dann gingen wir noch ins Café, um ein bisschen zu trocknen, denn auf dem Hinweg zum Winzer hatte es unglücklicherweise in Strömen geregnet Am Nachmittag besuchten wir ein Marinemuseum auf einem ausrangierten Destroyer, ein Überbleibsel des Kalten Krieges. Anschließend hatten wir noch zwei Stunden Zeit zum shoppen.

Freitag stand eine Vorführung im Planetarium sowie die Besichtigung des Jules Vernes Museums auf dem Programm. Anschließend machten wir eine Bootstour auf der Loire, wo sich endlich einmal (wenn auch nur für kurze Zeit) die Sonne blicken ließ. Abgerundet wurde der Tag von einer Party in der Jugendherberge.

Im Laufe des folgenden ersten April besuchten wir einen botanischen Garten und eine kleine Kirmes. Nach dem Abendessen erwartete uns das Highlight der Fahrt: Karnevalsumzug! Der konnte sich zwar von der Wagenanzahl (15) nicht mit dem Münsteraner Rosenmontagszug messen, machte aber trotzdem den meisten von uns sehr viel Spaß. Viele Franzosen hatten sich bunt und fröhlich verkleidet. Wir Deutschen improvisierten meist mehr schlecht als Recht irgendein Kostüm, aber das tat der guten Laune keinen Abbruch. Während des Umzugs heizten wir die Stimmung an: In den Pausen zwischen den Wagen zogen wir in Riesenpolonaise über die Straße oder versuchten, La-Ola-Wellen durchs Publikum laufen zu lassen.

Am nächsten Tag fuhren wir müde von einer tollen Nacht zurück nach Fécamp. In der ehemaligen Piratenstadt Saint-Malo machten wir Mittagspause. Gegen 18 Uhr kamen wir in Fécamp an. Viele von uns blieben noch bis spät Abends in der Stadt, ließen sich am Strand die Haare vom Wind zausen und genossen den glutroten Sonnenuntergang am Meer.

Am Montagmorgen hieß es dann endgültig Abschied nehmen (und zahlreiche Tränen wurden vergossen). Dann ging es ab nach Hause mit neuen Erfahrungen und frischen Erinnerungen im Gepäck.

Abschließend kann man sagen, dass die Reise ein voller Erfolg war. Man wurde nicht gezwungen, sich in einer fremden Familie einzufinden, aber man bekam die Gelegenheit, neue Leute kennen zu lernen. Gleichzeitig sah man eine schöne Stadt und erfüllte ein ausgewogenes Programm, das sowohl Bildung und Kultur als auch Freizeit beinhaltete. Wir beide würden die Fahrt auf jeden Fall noch einmal machen.

Annika Waymann, 10 d, Anna Franz, 11

 

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