Computer navigiert Schüler in den Beruf

 

Annette-Gymnasium testet neue Software

 

„Was mache ich nachdem Abitur?” Diese Frage stellen sich sicher viele Schüler. Die Elftklässler des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums sind der Antwort gestern vielleicht ein Stückchen näher gekommen. Mit Hilfe des „Berufsnavigators” stellten sie nämlich fest, für welche Berufe sie sich am besten eignen.

In Teams von vier bis fünf Schülern traten die Jugendlichen zur Berufsorientierung an. Es galt, rund 50 Fragen zu beantworten und sich damit zunächst selbst zu bewerten und außerdem auch durch die Klassenkameraden bewerten zu lassen. „Fachleute haben festgestellt, dass weder Eltern noch Lehrer Schüler so objektiv bewerten können, wie es die Mitschüler tun”, erklärt Schulleiter Dr. Arnold Hermans. Das Software-Programm verglich dann die Eigenschaften jeden Schülers mit dem Profil von knapp 120 Berufsbildern und gab eine Empfehlung von mehreren Berufen aus. Im Anschluss erhielten die Teilnehmer anhand des Test-Ergebnisse eine sachkundige Beratung.

Der computergestützte „Berufsnavigator” wurde von dem Hamburger Soziologen Jürgen Hort in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. G. Weise von der Universität der Bundeswehr in Hamburg entwickelt. Hort selbst spricht von einer Trefferquote von etwa 90 Prozent.

„Meine Interessensgebiete sind Biologie und Chemie”, erklärt Sophia Stodieck. „Der Computer hält mich für eine Tätigkeit bei der Justiz oder für den Journalismus für geeignet.” Ihre Klassenkameradin Lena Frerking dagegen sieht sich bestätigt. Sie interessiert sich für den Journalismus und erhielt die Empfehlung, Kultur-Redakteurin zu werden.

Der Förderverein des Ruhrforschungszentrums hatte den Berufsnavigator dem Annette-Gymnasium kostenfrei zur Verfügung gestellt. 

Westfälische Nachrichten, 25.11.2004

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