Die A-lympiade ist ein jährlicher Mathematikwettbewerb für die gymnasiale Oberstufe mit offenen und realitätsnahen Aufgaben vom Utrechter Freudenthal-Institut. Die A-lympiade hat zwei Runden: Die Vorrunde mit etwa 1000 Teams, die an ihren eigenen Schulen arbeiten und ein internationales Finale mit 16 bis 18 Teams, das an einem Wochenende in den Niederlanden stattfindet. Hier kommen die 12 besten niederländischen Teams, zwei Teams aus der Karibik, zwei Teams aus Dänemark und zwei nordrhein-westfälische Teams zusammen. An der ersten Runde am 25.11.2005 nahmen 13 Teams des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums mit insgesamt 52 Schülerinnen und Schülern teil:

 

Mathe und Spaß: Geht das?

"Das können wir unseren Schülern im normalen Unterricht nicht bieten", sagte Mathelehrerin Beate Dreseler. Sie hat mit ihren Fachkollegen insgesamt 13 Viererteams am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium motiviert, sich einem internationalen Mathematik-Wettbewerb zu stellen. Hoch konzentriert, aber nicht verbissen, arbeiteten gestern 52 Schüler aus den Jahrgangsstufen 10 bis 13 selbständig an einer Aufgabe aus dem Bereich Realmathematik. Sieben Stunden lang tüftelten sie an Lösungen, teilten sich selbst ihre Pausen ein und diskutierten Zwischenergebnisse.

Hier geht es nicht nur ums Rechnen, machte Beate Dreseler klar. Die Schüler sollten ein Konzept für eine TV-Quizsendung entwickeln, bei der es zwei Kandidaten mit dem Publikum aufnehmen. Die Fragen bezogen sich vor allem auf die Ermittlung und Entwicklung des Gewinns bei verschiedenen Spielverläufen.

Unter den vielen denkbaren Spielregeln galt es, sich für eine zu entscheiden und ihre Vorteile gut zu begründen. In die spätere Bewertung fließen kreative Ideen und Gestaltung genauso mit ein wie das korrekte Rechnen.

Simon Lütkenhaus ist bereits zum zweiten Mal dabei. "Ich bin kein Einserkandidat, ich habe einfach Spaß am mathematischen Weiterdenken", sagte der 18-Jährige bescheiden. Sein Team hat er selbst zusammengetrommelt. Gemeinsam entwickelten die Vier eine Formel, mit der ganz leicht berechnet werden kann, wie viel Geld der Teilnehmer des TV-Wissensquiz in einer beliebigen Fragerunde erspielt hat. "Probleme bereitet uns die Auflage, die ungeraden Geldbeträge am Ende jeder Fragerunde abzurunden", so Simon.

Beim letzten Mal hat er es bis zur zweiten Runde geschafft, in der alle deutschen Beiträge gegeneinander antreten. Da allerdings immer nur zwei deutsche Teams im Finale in Holland antreten dürfen, hat der vierte Platz nicht für die Endausscheidung gereicht.

Mitgemacht haben übrigens auch zehn Schüler aus dem Wilhelm-Hittorf-Gymnasium. Genauso wie ihre Kollegen vom Annette-Gymnasium sind sie bereits zum vierten Mal dabei. Auffälliger Unterschied: Nur am Annette-Gymnasium begeisterten sich auch Schülerinnen für die mathematische Disziplin.

"Unser Hauptanliegen ist es, die Vorurteile gegenüber Mathe-Fans abzubauen", unterstrich Dreseler. Auch Jungen, die ein Faible fürs Rechnen entwickelten, seien im Schulalltag immer noch Exoten. Am Annette-Gymnasium zeichnet sich allerdings ein Wandel ab: In diesem Jahr hat sich die Teilnehmerzahl verdoppelt.

Westfälische Nachrichten, 26. November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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