Vortrag Dr. Otmar Kampert: Antike Wagenrennen im Historien- und Science-Fiction-Film (mit Filmbeispielen) am 25.03.2014

Vortrag Dr. Otmar Kampert: Antike Wagenrennen im Historien- und Science-Fiction-Film (mit Filmbeispielen) am 25.03.2014

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Sobald die Stichwörter „Antike“ und „Wagenrennen“ fallen, denken viele an das Wagenrennen in dem Film Ben Hur. In der römischen Antike waren nicht Gladiatorenkämpfe das Massenspektakel, sondern Wagenrennen besaßen Kultstatus, dem sich nur wenige Menschen entziehen konnten. Allein schon die Größe der Arenen machen dies deutlich: Während das Kolosseum so viele Besucher wie ein WM-taugliches Stadion aufnehmen konnte (ca. 50 000), so bot der Circus Maximus im 1. Jahrhundert v. Chr. Platz für ca. 150 000 Besucher. Bis zur Spätantike soll das Fassungsvermögen auf ca. 380 000 Zuschauer ausgebaut worden sein, d. h. nahezu jeder erwachsene, freie Römer konnte zu dieser Zeit im Circus Maximus bei den Wagenrennen zusehen.
 
In dem Vortrag stellte Dr. Otmar Kampert den Ablauf der Wagenrennen vor und verglich sie mit dem Weiterleben im Film (Historien, Science-Fiction), aber auch im Comic.
 
Dr. Kampert machte mit Hilfe von Filmausschnitten deutlich, wie dieses Massenspektakel in amerikanischen Filmproduktionen umgesetzt wurde. Tatsächlich ist der bekannte, ca. neunminütige Wagenrennen-Filmausschnitt aus der oscarprämierten MGM-Filmproduktion  Ben Hur aus dem Jahre 1959 die Vorlage vieler späterer Darstellungen von (Wagen-)Rennen geworden. So wurden im Comic Asterix als Gladiator (1964) ähnliche Elemente aufgenommen und ironisch persifliert. Ebenso arbeitete der Science-Fiction-Film War Wars Epidode I: Die dunkle Bedrohung (1999) in dem berühmten Podrennen mit deutlichen filmischen Zitaten aus der Wagenrennenscene aus Ben Hur.
 
Dr. Kampert wies mit Hilfe von bildlichen und schriftlichen Quellen nach, in welchen Punkten die filmischen Umsetzungen der Wagenrennen von der antiken Wirklichkeit abwichen, und an welchen Stellen sich die Filmvorlage an die "geschichtliche Realität" gehalten hat. Es wurde dabei deutlich, dass die filmischen Umsetzungen in diesem Kontext – mehrfach (ironisch) gebrochen – heute das Erzählen von der antiken Lebenswelt beeinflussen. Vieles, was das römische Altertum - auch im Lateinunterricht an heutigen Schulen - interessant macht, ist der Stoff aus Mythen und spannenden Elementen das römischen Alltaglebens. Nicht immer jedoch entsprechen derartige Geschichtsbilder den wissenschaftlich nachgewiesenen Tatsachen.
 
Dr. I. Stöckmann

 

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