„Sage mir, Muse…“ – Exkursion des Griechischkurses des Gymnasiums Paulinum nach Mannheim 2009

„Sage mir, Muse…“ – Exkursion des Griechischkurses des Gymnasiums Paulinum nach Mannheim 2009

Veröffentlich von ASfjL, 0 Kommentare, Kategorie: Reiseberichte,

Sage mir, Muse, die Erlebnisse des vielgereisten Griechisch-GK’s, / Welcher so weit geirrt, nach der Lektüre der Odyssee,  / die Planquadratstadt gesehn, und den Weg zum REM gelernt hat,  / Und dort so viel' unnennbare Freuden erlebt,

Homer kennen zu lernen, und sein Werk zu bestaunen …

Noch bevor die rosenfingrige Eos erwachte traf sich unser Griechischkurs am Samstag, den 10. Januar 2009, gähnend, aber dennoch hoch motiviert am Münsteraner Hauptbahnhof. Von dort aus traten wir unsere 5-stündige Odyssee nach Mannheim an. Unter athenegleicher Führung unseres Griechischlehrers Herrn Schmidt-Hagemanns und mit Lesestoff bewaffnet trotzten wir tapfer allen Gefahren der IC-Reise und kamen sicher in Mannheim an. Dort entschieden wir uns dafür, den Weg zu den Reiss-Engelhorn-Museen zu Fuß anzutreten, wo uns eine Führung durch die Homer-Ausstellung erwartete.

Diese beschäftigte sich zunächst mit Herkunft und Identität des göttergleichen Homers, der mit seinen Werken den Grundstein für die kulturelle Entwicklung des Abendlandes legte. Sein Ruhm beruht auf der Niederschrift und Vereinheitlichung mündlich tradierter Heldengesänge archaischer Zeiten in seinen Epen „Ilias“ und „Odyssee“. Herkunft und der Schauplatz seiner Werke sind schon seit langem umstritten, wobei diese Debatte durch die Neuübersetzung Raoul Schrotts wiederbelebt wurde.

Nachdem einige Exponate – insbesondere Vasen und Waffen – und allgemeine Informationen über die homerische Epoche vorgestellt wurden, widmete sich die Ausstellung Homers literarischem Schaffen. Die Ausstellung stellte sowohl Inhalt und Geschichte seiner Epen, als auch deren Einfluss auf die bildende Kunst dar. Neben alten griechischen Vasen, die schon zu früher Zeit die Ereignisse der Epen bildlich darstellen, waren vor allem Gemälde und Skulpturen zu bewundern. So befand sich unter den Ausstellungsstücken zum Beispiel auch eine Kopie der berühmten Laokoon-Gruppe, deren Original in den Vatikanischen Museen zu finden ist. Prachtstücke der Ausstellung waren Leihgaben aus renommierten Museen wie dem Archäologischen Nationalmuseum in Athen, dem Louvre oder dem British Museum. So wurde unter anderem ein aus 30-40 Eberzähnen gefertigter Schmuckhelm präsentiert, wie ihn Odysseus geschenkt bekommen haben soll. Die Passagen, die wir im Unterricht übersetzt haben, wurden so mit visuellen Eindrücken untermalt.

Insgesamt haben wir den Ausflug nach Mannheim als sehr amüsant, interessant und informativ empfunden. Der Höhepunkt unserer Fahrt war natürlich die gut aufgemachte Ausstellung, die uns mit einigen sehr beeindruckenden Exponaten einen neuen Zugang zur Odyssee vermittelt konnte.

Als wir am späten Nachmittag wieder zurück nach Münster fuhren, fühlten wir uns an Eindrücken und Wissen um einiges reicher.

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