Afrika

Afrika e.V. Münster
Afrikatag 2002


Begrüßungsrede
des Vorsitzenden des Afrika e.V. Münster
Maurice A. Daja

Sehr verehrte Frau Reismann, Bürgermeisterin der Stadt Münster,
Meine Damen und Herren,
Liebe Gäste und Freunde Afrikas,
ich begrüße Sie und heiße Sie herzlich willkommen.

Unser heutiger Afrika-Tag - es ist schon der 8. Afrikatag hier in Münster - hat zum Motto: Kinder und Natur - Zukunft Afrikas. Eigentlich sollte es heißen: Zukunft der Menschheit...

Was geschieht zur Zeit um uns herum?...
im letzten Jahr, in diesem Jahr, ich meine die aktuelle Situation? Ich habe noch im Kopf den 11. September, es ist nur ein Jahr her. Ich lese noch jeden Tag die Berichte über den Konflikt im Nahen Osten. Ich habe noch vor Augen die Flut in Dresden oder in Bayern oder in Frankreich...
Und ich weiß, in Simbabwe, in Malawi, in Äthiopien, im Tschad hat es in diesem Jahr und auch im letzten Jahr nicht genug geregnet, das heißt: Menschen werden von Hungersnot bedroht. Es gibt Menschen, die vor Hunger sterben werden, das sind vor allem die Kinder!
Mit unserem Motto an diesem 8. Afrikatag wollen wir all diese Dinge zum Ausdruck bringen. Wenn die Menschen heutzutage konfrontiert sind - ob im Süden oder im Norden - mit Naturkatastrophen, dann hat es einen Grund:
Die Natur hat ihre Gleichgewicht verloren. Sie ist nicht mehr wie sie war.

Ich hab' gesehen im Tschad, wo früher Wälder waren, ist jetzt Steppe und schon bald Wüste. Der Tschadsee z.B. war noch vor 30 Jahren so groß wie das Land Mecklenburg-Vorpommern, heute ist er nur noch so groß wie die Stadt Bochum. Das heißt, mit zunehmender Bevölkerung, die auch noch sehr arm ist, steigt die Abholzung der Wälder, es regnet dann ganz wenig: die Folgen sind Dürren und Hungersnot. Afrika e.V. MS bietet mit seinem Projekt "Solarkocher" eine Alternative zu diesem Problem: Lernen zu kochen mit Sonnenenergie anstatt mit Holz oder Holzkohle. Wir sind aber erst am Anfang. Dort in Afrika regnet es zu wenig, hier aber regnet es zu viel. Also haben wir auch hier ein Problem. Sollen wir Alleingänge machen bei der Suche nach Lösungen? Wir denken, es ist Zeit, gemeinsam für diese Probleme dauerhafte und globale Lösungen zu suchen und zu finden. Das heißt global denken, lokal handeln.

Mit dem Programm "Afrika in Klassenzimmern" schaffen wir hier in Deutschland durch einen frühen Dialog mit den Kindern und Jugendlichen ein Bewußtsein, das über die lokalen Aspekte hinausgeht. Dieser Dialog befreit von Ängsten und Vorurteilen und ermöglicht einen Blick über den Tellerrand. Wir lernen dadurch, uns zu verstehen und einander zu vertrauen; das sind die Grundlagen dafür, daß wir in unseren Beziehungen und Partnerschaften - ob geschäftlich oder politisch - zukünftig mehr Rücksicht aufeinander nehmen. Das heißt aber auch, daß die Kinder dort -also die späteren Geschäftspartner unserer Kinder hier- heute bereits eine Perspektive erhalten durch Bildung. Deshalb unterstützt Afrika e.V. MS Dorfschulen im Tschad.

Aus Liebe zu unseren Kindern und aus Verantwortung für unsere Welt bemühen wir uns, den friedlichen Weg miteinander zu gehen. Das ist unser Erbe für die nächste Generation, sowohl hier als auch in Afrika.

Afrika e.V. MS ist wie jeder weiß, offen für alle, die hier in Münster und Umgebung leben. Wir versuchen gemeinsam - Afrikaner und Europäer - Verantwortung zu tragen und dabei - wie heute - Spaß zu haben. Wir freuen uns über jede Mitgliedschaft.

Es gibt in Münster viele Afrikaner, die viele für Afrika machen, darüber freuen wir uns in Afrika e.V.

Einige von Ihnen möchte ich ausdrücklich erwähnen:
Da ist Paulos Daffa aus Äthiopien. Er engagiert sich schon lange für Afrika.
Richard Nawezi aus Kongo, schafft es, dass die Menschen hier einen Blick auf die afrikanischen Verhältnisse richten: Mit seiner Radiosendung, seiner Theater- und Tanzgruppe Mutuashi. Aber auch mit dem Verein Mutoto e.V. hilft er Straßenkindern in seiner Heimat.
Auch Seidou Karidio aus Niger organisiert mit der Afrika-Kooperative seit zwei Jahren ein erfolgreiches Afrika-Festival in Münster.
Ernest Onu aus Nigeria vom Center for African Culture veranstaltet regelmäßig Vorträge und Musik zum Thema Afrika im Bennohaus.
Marcelino Mangue aus Guinea Äquatorial ist Direktor des Afrika-Zentrum in Münster.

Für die, die gerne afrikanische Liturgie mögen, gibt es eine Afrikanische Gemeinde unter der Leitung von Julien Kita aus Togo.
Also Liebe Gäste, es gibt eine große Afrikanische Präsenz in Münster, einer Stadt, in der immerhin über 1000 Afrikaner und Afrikanerinnen leben. Viele Münsteraner fragen oder erwarten von Afrikanern, sie sollen sich gemeinsam in einem Verein organisieren. Wieso?... Gibt es denn nur einen europäischen oder amerikanischen Verein in Münster?... Wir Afrikaner hier sind zwar nicht immer der gleichen Meinung, aber wir alle zeigen unterschiedliches Engagement und viele verschiedene Aspekte von Afrika; denn Afrika ist sehr groß. Also kommt zum Afrikatag, aber verpaßt keine Gelegenheit, auch die vielen anderen Afrika-Veranstaltungen zu besuchen.

Und nun möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen, die uns geholfen und unterstützt haben, bedanken:

Und schließlich bedanke ich mich ganz herzlich bei den Organisatoren und zahlreichen Helfern der heutigen Veranstaltung. Im Namen Afrika e. V. Ms., wünsche ich allen Anwesenden ein gemütlichen Miteinander.


Maurice Allarabaye Daja
1. Vorsitzender Afrika e. V. Münster




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