Afrika e. V.: Wir stellen uns vor

 

Afrika e. V. Münster wurde 1996 gegründet und ist ein politisch unabhängiger Verein mit dem Ziel der Integration von in Münster lebenden Afrikanern sowie insbesondere mit dem Ziel der Entwicklungszusammenarbeit - vornehmlich im Tschad - und des Umweltschutzes. Seit 2000 liegt der Schwerpunkt bzw. arbeiten wir für die Verbesserung der Chancen der Menschen, speziell der Kinder im Tschad, einem der ärmsten Länder Afrikas, umgeben von Krisenländern wie dem Sudan, der Zentralafrikanischen Republik und Nigeria. Mit unserem Engagement dort wollen wir zu einer gerechteren Teilhabe der Menschen insbesondere zu einer Verbesserung der Perspektive für die Jugend beitragen. Das Grundziel unserer Arbeit ist es, über ein erweitertes und angepasstes Angebot der Schulbildung die Menschen in der Region zu halten und die sozialen, interreligiösen und wirtschaftlichen Strukturen zu verbessern. Die einzelnen Dorfgemeinschaften sind dabei stark in die entwicklungsrelevanten Themen und Ziele einbezogen.

Auf den folgenden Seiten haben wir wissenswerte und interessante Informationen für Sie zusammengestellt. Erfahren Sie mehr über unseren Verein, den Tschad und unsere Projekte.

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SpendenVereinsSatzung

„Halte deine Freunde mit beiden Händen -
Wer die Rose hegen will, hegt auch den Dorn.”

(Tschad)

 

Wie können Sie helfen

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Unser Spendenkonto:
Sparkasse Münsterland Ost • IBAN DE31 4005 0150 0034 0202 14 • BIC WELADED1MST
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„Wenn du nicht mehr weißt, wohin du gehen sollst,
halte inne und schau zurück woher du gekommen bist.”

(Afrikanische Weisheit)

 

 

Der Vereinsvorstand

Der Vereinsvorstand des Afrika e. V. Münster

Bild (v. li.): Ulrike Schöne (Kassenwartin), Berhe Kahsay (stellvertretender Vorsitzender), Maurice Allarabaye Daja (Vorsitzender), Lucie Koumbo Eldjima (Ehefrau von Herrn Daja), Gertrud Arens (Kassenprüferin), nicht im Bild: Gertrud Coenen (Schriftführerin), Birgit Beermann (Kulturwartin).

 

„Sehen ist anders als erzählt bekommen.”

(aus Kenia)

Unsere Projekte

Projekt Koumaye
Das Dorfentwicklungsprojekt in Koumaye (Tschad)

Dieses Dorfentwicklungsprojekt in Koumaye, Canton DOBO, Sous-Préfecture de Goundi befindet sich in der Diözese Sarh, im Süd-Tschad. Das Projekt betrifft zur Zeit 15 umliegende Dörfer mit ca. 15.000 Einwohnern, Tendenz steigend! Ziele dieses Projektes sind:

  • Sicherung der Grundbildung (insbesondere auch für Mädchen)
  • interreligiöse Erziehung zu Toleranz und Wertschätzung unterschiedlicher Religionen
  • Perspektiven schaffen für Schulabgänger
  • Ernährung und Ackerbau
  • Frauenförderung (Alphabetisierung) und Gesundheit
  • Umweltschutz (Baumpflanzaktionen, Solarenergie)
  • Stärkung der zivilen Gesellschaft für eine demokratie-orientierte lokale Entwicklung

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Kurze Vorgeschichte

Bild03Die Ursprünge des Projektes gehen bis vor das Jahr 2000 zurück. Maurice Daja, der derzeitige Vorsitzende von Afrika e.V. Münster, reiste privat in seine Heimat in den Tschad. Dort baten ihn die Menschen um Hilfe. Im Jahr 2000 begannen daraufhin Gespräche mit den Dorfbewohnern in Koumaye.

Die erste Phase war von Sensibilisierungsarbeit geprägt. Es mussten sehr viele Gespräche mit den Menschen geführt werden. Um ein Konzept zu entwickeln, war es zunächst notwendig herauszufinden, was konkret die Probleme der Menschen vor Ort waren. Aus diesem Grund erfolgte eine Reise in den Tschad. Es wurde in Koumaye ein Verein mit dem Namen MASRA (d.h. „Ich kann“ in der Sprache Sara) gegründet.

Bild04Afrika e.V. und MASRA organisierten daraufhin eine Vollversammlung in Koumaye. Auf dieser wurden die Probleme der Menschen erörtert, um sie gezielt bei der Planung zu berücksichtigen. Die genannten Probleme waren vor allem die Unterrichtsbedingungen für die Kinder, die schlechte Versorgung mit Trinkwasser sowie die schwierigen Bodenbedingungen und der daraus folgende Mangel an Nahrung. Von nun an war das Projekt in gemeinsamer Verantwortung von Afrika e.V. MS und MASRA, wobei der Schwerpunkt der Verantwortung vor Ort bei MASRA liegen sollte. Es wurde überlegt, welche Arbeiten von der dortigen Bevölkerung geleistet werden könnten. Man einigte sich auf die Herstellung der Ziegel. Zum Schluss der Versammlung wurde ein Dreistufenplan beschlossen.

 

Planung und Beginn der Umsetzung

Bild05Die erste Stufe umfasste den Rohbau einer Schule mit drei Klassenzimmern und einem Büroraum sowie die Ausbildung von Lehrern. Zudem sollte eine Solaranlage auf dem Dach der Schule installiert werden, damit diese über günstigen und umweltschonenden Strom verfügt. In der zweiten Stufe sollten die Einrichtung und Schulmaterial, d.h. Schulbänke und Bücher beschafft werden. In der dritten Stufe, welche zugleich das Ziel des Projektes widerspiegelt, sollte die Schule in eine Ganztagsschule mit integrierter Umweltbildung umgewandelt werden und sich aufgrund von verbesserten landwirtschaftlichen Erträgen durch den Bau eines Brunnens selbst tragen.

Bild06Nachdem nun ein Konzept stand, galt es zunächst, weiterhin viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn es wurde deutlich, dass dieses Projekt sich langfristig viel Arbeit und Engagement erfordern wird. Deshalb wurde auch Kontakt zur Kirche und zu staatlichen Stellen gesucht, um ihnen von den Plänen des Projektes zu erzählen. Außerdem sprach sich die Idee sehr schnell herum, was dazu führte, dass auch andere Dörfer Interesse anmeldeten. Dies erforderte wiederum vermehrte Gespräche.

Im Jahr 2001 entschloss sich Afrika e.V. Münster zudem, die Bewohner finanziell bei der Herstellung der Ziegel zu unterstützen, worauf diese noch im selben Jahr damit in Eigenregie begannen. Dieser Prozess ging allerdings sehr langsam voran. Jedoch war das weniger ein Problem als vielmehr eine Chance, denn es war ersichtlich, dass die Bewohner sich erst durch eine langfristige Tätigkeit vollkommen mit dem Projekt identifizieren würden. So blieb viel Zeit, sich auszutauschen und die weitere Planung ausführlich auf Dorfversammlungen zu besprechen.

Bild07Im Jahr 2003 reisten mehrere Mitglieder von Afrika e.V. Münster in den Tschad. Auf dieser Reise wurden zahlreiche Gespräche geführt und die Planung schritt weiter voran.

Im Jahr 2004 war schließlich die Hälfte der Ziegelproduktion erreicht. Afrika e.V. Münster entschloss sich deshalb, mit dem BMZ in Kontakt zu treten und einen Antrag auf Zuschüsse zum Projekt zustellen. Diese waren jedoch an viele Bedingungen geknüpft. Unter anderem musste es aus dem Tschad einen Nachweis geben, dass der Grund auf dem die Schule gebaut wird, dem Dorf „gehört“. Hierfür waren behördliche Blockaden im Tschad zu überwinden, was letztendlich jedoch gelang.

Bild09Im Jahr 2005 stellte die erfahrene Organisation Justicef für Afrika e.V. MS beim BMZ einen Antrag in Höhe von 36.000 Euro, der auch genehmigt wurde. Somit konnte der Bau des ersten Schulgebäudes und des Brunnens beginnen. Im Oktober wurde das Gebäude und mit großem Jubel von den Dorfbewohnern eingeweiht.

Im Jahr 2006 wurde zudem eine Solaranlage auf dem Dach der Schule errichtet und es fand eine Lehrerfortbildung statt in der diese u.a. lernten, die Funktionsweise der Solaranlage zu verstehen und kleinere Reparaturen vorzunehmen. Neben der Nutzung für den Schulunterricht morgens wird die Schule seitdem abends für Alphabetisierungskurse genutzt, was aufgrund der Stromversorgung durch die Solaranlage gewährleistet werden kann.

Bild16Im Jahr 2007 wurde zudem für die Frauen aus der Region ein Workshop abgehalten, in dem sie lernten, aus Kariténüssen Seife und Körpercreme herzustellen und diese zu vermarkten. Außerdem fand eine Baumpflanz-Woche statt, in der jedes Dorf – inzwischen sind über 10 Dörfer an dem Projekt beteiligt – bestimmte Gebiete wieder aufforstet.

 

Entwicklung und Perspektive

Bild13Seit der Entstehung des Schulgebäudes in Koumaye im Oktober 2005 ist dieses Dorf fast wie „Paris“ für die ganze Region geworden. (Paris = ein Symbol für Erfolg und Neugier). Viele Familien kehren aus der Stadt zurück in die umliegenden Dörfer. Das Dorf selbst ist größer geworden und die Zahl der Schulkinder hat sich fast verdoppelt: von 300 auf 600!

Wegen ihrer guten Struktur und erfolgreichen Entwicklung hat die Schule in der Zwischenzeit viel Lob und eine offizielle Anerkennung der staatlichen Schulbehörde  bekommen: Die bisherige Grundschule, welche die erste bis sechste Klasse umfasst, ist bis zur zehnten Klasse (Sekundarstufe 1) erweitert worden. Die Dorfgemeinschaft freut sich sehr über diese Erweiterung, wenngleich sie damit momentan etwas überfordert ist und organisatorische Unterstützung vor Ort dringend notwendig wird.

Bild10Derzeit können 180 Schüler und Schülerinnen (ab der 4. Klasse) in dem neuen Gebäude unterrichtet werden. Für die Kleineren sind von der Dorfgemeinschaft bereits im Jahr 2007 vier Hüttenschulen zusätzlich gebaut worden.

Aufgrund der zunehmenden Zahl der Schulkinder in Koumaye wurde es erforderlich, im Jahr 2008 mit dem Bau eines weiteren Schulgebäudes mit drei Klassenräumen zu beginnen. Durch die Intervention von Herrn Daja konnte die Weltbankfiliale „PROADEL“ im Tschad mit Sitz in Koumra für die Finanzierung dieses Bauvorhabens gewonnen werden.

Bild08Der Betrieb der Schule läuft gut. Es besuchen sogar mehr Mädchen als Jungen den Unterricht, eine Einmaligkeit im Tschad. Dies ermöglicht auch die Aufklärungsarbeit bezüglich der Beschneidung, welches uns ein besonderes Anliegen ist.

Die Versorgung mit qualifiziertem Lehrpersonal bleibt nach wie vor problematisch. Zwar arbeiteten zeitweise drei von der Regierung eingesetzte Lehrer an der Schule, im Wesentlichen wird der Unterricht jedoch von Dorflehrern (Maîtres Communitaires), die selbst allenfalls Abitur haben, getragen.

Bild11Die nächsten wichtigen Schritte wären nun die Umwandlung der Schule in einen Ganztagsbetrieb mit warmen Essen und Umweltbildung im eigenen Garten. Zudem sollte ein Konzept für berufliche Perspektiven erstellt werden, da die ersten Kinder 2009 die Schule abgeschlossen haben. Außerdem soll weiterhin wie bisher die zivilgesellschaftliche Entwicklung gefördert werden.

Die rasante Entwicklung des Projekts erforderte eine professionelle Hilfestellung. So konnte von Oktober 2009 bis zum Herbst 2015 Maurice Allarabaye Daja als Fachkraft der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) in Köln im Tschad für den Partnerverein MASRA tätig sein, um die Entwicklung des Projekts zuverlässig voranzubringen und für Nachhaltigkeit zu sorgen.

Bild12Er hat in dieser Zeit u.a. für einen geordneten Betrieb in der Schule gesorgt. Dadurch, dass Kinder unterschiedlicher Religion die Schule besuchen, wird ein wichtiger Beitrag zu Toleranz und gegenseitiger Wertschätzung geleistet.

Bezüglich der Frauenförderung gelang es ihm, durch die Organisation verschiedener Fortbildungen Frauen zur Herstellung und Vermarktung von lokalen Produkten zu befähigen ( z. B. Herstellung von Seife aus Kariténüssen). Fortbildungen in Gemüse- und Ackerbau trugen zur Verbesserung der Ernährung bei.

Weiterhin spielt die Möglichkeit der Alphabetisierung der Frauen in Abendkursen, die dank der Solaranlage in der Schule stattfinden können, eine große Rolle. Im Dorfbild machen sich inzwischen die umfangreichen Baumpflanzaktionen deutlich bemerkbar. Wegen des Brennholzverbrauchs ist dies ein wichtiger Beitrag zum Ressourcenschutz.

Bild18Ein wichtiger Beitrag der Arbeit von Herrn Daja besteht nach wie vor auch in der Stärkung der Zivilgesellschaft, indem über Probleme auf regelmäßigen Dorfversammlungen diskutiert und demokratisch abgestimmt wird. So wurde erstmals in der Zeit auch der neue Dorfchef durch Wahl bestimmt.

Seit dem Bau eines Lagerhauses können dort Ernteprodukte geschützt vor Regen und Schädlingen gelagert werden. Zu dem durch das Kindermissionswerk in Aachen finanzierten Gebäude trugen die Dorfbewohner wieder durch Herstellung der Ziegelsteine bei.

Aktuell läuft ein Projekt zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung (Bau eines Wasserturmes und Verlegung von Wasserleitungen zu Wasserzapfstellen). Der notwendige Eigenanteil wurde von unseren bewährten Unterstützern in Deutschland geleistet.

 

Ausblick

Bild14Maurice A. Daja wird nach Beendigung seiner offiziellen Tätigkeit als Fachkraft für Entwicklungshilfe die Entwicklung des Dorfes Koumaye weiterhin begleiten und auch regelmäßig für längere Phasen vor Ort sein.

Aktuell wird in Koumaye wegen der hohen Schülerzahl von derzeit 700 Schülern dringend ein weiteres Schulgebäude benötigt, verbunden mit der Möglichkeit, den Kindern mittags eine warme Mahlzeit anzubieten, da viele von ihnen aus den umliegenden Dörfern kommen und einen sehr weiten Schulweg haben.

Weiterhin soll als Perspektive für die Zeit nach Beendigung der Schulzeit für die Jugendlichen die Möglichkeit einer beruflichen Grundbildung im Bereich der Landwirtschaft oder im Handwerk geschaffen werden. Benötigt wird daher in einfachster Form eine Werkstatt für Holz-, Metall- und Textilbearbeitung sowie die Finanzierung der Ausbilder. Auch im Bereich der Krankenpflege wäre eine Ausbildung in der Krankenstation in Koumaye oder im Krankenhaus im ca. 30 km entfernten Ort Goundi eine mögliche berufliche Perspektive für Schulabgänger.

Bild15Für die Verbesserung der Qualität des Unterrichts müsste eine intensive Schulung des Personals und auch die Bereitstellung des bislang völlig unzureichenden Unterrichtsmaterials erfolgen. Im Tschad soll mit den zuständigen Behörden und Institutionen Kontakt aufgenommen werden, um zu erfahren, was die tschadische Regierung für das Projekt in Koumaye tun kann und wie die Hilfe möglicherweise organisiert werden kann. Dafür sind Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu führen für eine zukünftige kontinuierliche Förderung des Projekts im Tschad selbst.

 

Projekt Afrika in Schulen
Afrika in Klassenzimmern

Eng mit der Dorfschule im Tschad verbunden ist das Projekt „Afrika im Klassenzimmer“ in Deutschland. Im Dialog mit den Schülerinnen und Schülern lässt Maurice A. Daja einerseits sein Heimatland Tschad für die Kinder erfahrbar werden, andererseits stellt er sich ihren Fragen. Häufig eingeladen wird er von Schulen und Bildungseinrichtungen in Münster, im Münsterland und im norddeutschen Raum. Der Verein möchte interessierten Lehrerinnen und Lehrern dabei helfen, Informationen aus erster Hand über afrikanisches Leben im Allgemeinen und über den Tschad im Besonderen zu vermitteln.

Mit einigen Schulen haben sich feste Partnerschaften entwickelt. Sie führen Projekttage oder andere Veranstaltungen durch und spenden die Gewinne an den Verein. Nur durch diese Mittel wurde es überhaupt möglich, Koumaye so effektiv zu unterstützen wie wir es bisher tun konnten.

Daher sei an dieser Stelle allen Spendern gedankt, die uns mit ihrem Engagement geholfen haben.

 

„Dem Unwissenden erscheint selbst ein kleiner Garten wie ein Wald.”

(aus Äthiopien)

 

Hintergrundinformationen

Hintergrundinfo-Tschad
Hintergrundinformationen zum Tschad

Der Tschad ist ein Land im Herzen Afrikas mit fast der vierfachen Fläche von Deutschland, umgeben von Libyen im Norden, Sudan im Osten, der Zentralafrikanischen Republik im Süden sowie Kamerun, Nigeria und Niger im Westen. Es gibt Probleme mit den Terrorgruppen Boko Haram und Al Kaida. Das Land hat viele Flüchtlinge aufgenommen, weil es in der Region brennt.

Es ist ein klimatisch sehr trockenes Land und die Sahara dehnt sich ständig weiter in den Süden aus. Diese Wüstenbildung wird verschärft, da zunehmend die Baumbestände für Feuerholz abgeholzt werden. Trotzdem ist der Tschad ein sehr buntes Land.

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Im Tschad leben etwa 10 Millionen Menschen. Die Hälfte dieser Menschen ist 16 Jahre alt und jünger. Der Zugang zu Bildung und Zukunftschancen ist für die Mehrheit der Bevölkerung darum von herausragender Bedeutung. Die Bevölkerung setzt sich aus etwa 200 ethnischen Gruppen mit mehr als 100 verschiedenen Sprachen zusammen: Während sie im Norden und in Zentraltschad mehrheitlich dem muslimischen Glauben (insgesamt ca. 51 Prozent) angehört, ist der Süden vor allem durch christliche (35 Prozent) und animistische (sieben Prozent) Religionszugehörigkeit geprägt. Neben Französisch und Arabisch als offiziellen Landessprachen wird im Süden des Tschad außerdem Sara gesprochen.Seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1960 kam es immer wieder zu Unruhen; Auseinandersetzungen gab es vor allem zwischen den muslimischen Nomaden im Norden, die in der vorkolonialen Zeit im Lande dominant gewesen waren, und den von den Europäern christianisierten Bewohnern des Südens, aus denen sich u.a. durch das in der Kolonialzeit eingeführte Bildungssystem eine Elite herausbildete, der auch der erste Präsident des Tschad entstammte.

Die Wirtschaft ist vor allem von der Landwirtschaft geprägt, mineralische Rohstoffe sind nicht vorhanden bzw. nicht erschlossen. 90% der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Laut dem Weltentwicklungsbericht 2006 schließt nur jedes vierte Kind die Grundschule ab. Das Land ist auch nach der Autonomie noch in neokolonialer Abhängigkeit geblieben, was die eigenständige wirtschaftliche Entwicklung behindert hat. Der Staat ist im Tschad sehr schwach ausgebildet, so gibt es so gut wie kein staatliches soziales Netz.

Der Großteil des Geldes, den der Staat durch die Entdeckung von Erdölfeldern im Süden einnimmt, wird für Waffen ausgegeben. Dieser Umstand hat zur Folge, dass es sehr viele Waffen im Lande gibt und es seit der Unabhängigkeit ständig zu Bürgerkriegen kommt, was leider vor kurzen wieder geschehen ist und worunter vor allem die Bevölkerung extrem zu leiden hat. Dürreperioden und Bürgerkrieg haben aus dem Tschad ein bitterarmes Land gemacht.

Unser Partnerdorf Koumaye liegt ganz im Süden des Landes, wo all jene angesprochenen Probleme in unterschiedlich starkem Ausmaß auch die Bewohner dieser Region berühren.

 

 

Unterstützende Maßnahmen / Teilprojekte

Es gibt natürlich ständig etwas zu tun … immer nach dem Motto: "Hilfe zur Selbsthilfe"

Wir verfolgen mit unserer Arbeit in Koumaye das Ziel, u. a. eine nachhaltige Entwicklung zu fördern und eine gute Bildung für die Zukunft der Mädchen und Jungen zu ermöglichen. In der Vergangenheit haben wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort zwei Schulgebäude errichtet, mit dem Bau eines Brunnens für sauberes Trinkwasser gesorgt und mit gezielten Maßnahmen die Eigenversorgung mit verbesserter Landwirtschaft und den Ackerbau vorangetrieben. Die „Partnerschaft auf Augenhöhe“ mit den Menschen in Koumaye ist eine wesentliche Grundlage unserer Entwicklungszusammenarbeit. Zur Zeit stehen zwei Projekte im Fokus unserer Tätigkeit:

 

Um den mehr als 670 Schülerinnen und Schüler täglich eine warme Mahlzeit zu ermöglichen, möchten wir ihnen eine Schulkantine bauen.

Es wäre schön, wenn Sie uns dabei helfen könnten!

Was bei uns eine Selbstverständlichkeit ist, ist in Koumaye noch lange nicht so! Wir möchten den Kindern und den Lehrkörpern Schultoiletten bauen, die es bislang leider noch gar nicht gibt. Helfen Sie uns bitte, auch dieses Vorhaben umsetzen zu können!

 

 

„Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.”

(Ovambo)

 

Rückblick Koumaye (Tschad) 2005 - 2015

Aktuell

20 okt
Jahresberichte zum Download
von Afrika e.V.

 

Vorliegende Jahresberichte:

Reisebericht Tschad
28 Okt
Reisebericht 28.10. -16.11.2014
in Koumaye/Tschad – Afrika e.V.

 

Nach einem kurzen Aufenthalt in N'Djaména, der Hauptstadt des Tschad, ging es mit dem voll beladenen Pick-up früh morgens nach Sarh. […]

Kinder in der Schule von Koumaye
02 Nov
Im Fokus: Mein Dorf Koumaye
in Koumaye/Tschad – WN-Bericht 2015

 

Sie sitzen morgens um 7 Uhr in der Schule. Haben fünf, sieben, manchmal zehn Kilometer Fußweg hinter sich. […]

 

Eine Kantine für die Kinder
14 Nov
Im Fokus: Bildung ist ihre Zukunft
in Koumaye/Tschad – WN-Bericht 2015

 

Maurice A. Daja kennt in Münster viele Menschen. Und hat gute Freunde in der Stadt. Doch es gibt in seinem Leben auch eine Zeit, da ist er hier einsam. Sehr sogar. […]

Frauenförderung durch Workshops
24 Nov
Im Fokus: Frauenförderung
in Koumaye/Tschad – WN-Bericht 2015

 

Die Frauen in Koumaye. "Sie sind im Dorf das Allerwichtigste", findet Maurice A. Daja. Sie kümmern sich um alles, erzählt der Vorsitzende von Afrika e. V. […]

02 Dez
Im Fokus: Umweltschutz
in Koumaye/Tschad – WN-Bericht 2015

 

Eine Allee – gesäumt von prächtig grünen Bäumen. Sie führt direkt zum Marktplatz – und sie ist der Stolz eines ganzen Dorfes. Bäume sind wichtig, Bäume sind wertvoll […]

 

12 Dez
Im Fokus: Bildungsförderung
in Koumaye/Tschad – WN-Bericht 2015

 

Die Buchstaben sind winzig. Kaum zu entziffern. Aber wer es schafft, der staunt: „J‘aime l‘école“ ist da zu lesen. Zu Deutsch: „Ich liebe die Schule.“ […]

14 Okt
Im Fokus: Schulkantine
in Koumaye/Tschad – WN-Bericht 2016

 

Es geht voran. Die Schulkantine, die im Dorf Koumaye mit den großzügigen Spenden vieler WN-Leser errichtet werden kann, nimmt nun sichtbare Formen an. […]

 

„Jemandem zu helfen, bedeutet nicht, sich selbst zu vernachlässigen.”

(Mamprussi)

Unsere Partner

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c/o Gertrud Coenen,
Breul 10a, 48143 Münster
(02 51) 210 96 27