Abendschule – Unterricht, aber nicht nur!

Auch wenn berufstätige Studierende aufgrund ihrer Mehrfachbelastung durch Beruf, private
Verpflichtungen und Unterricht naturgemäß über wenig zeitlichen Spielraum verfügen, den
sie in die Schule einbringen können, ist es auch und gerade für eine Institution, die von Erwachsenen
freiwillig besucht wird, äußerst wichtig, über den Unterricht hinaus Angebote vorzuhalten,
die Kommunikation ermöglichen, um eine – wie abgegriffen das Wort auch klingen
mag – ‚positive Schulatmosphäre’ zu fördern. Für die Orientierungsfunktion, die der
Zweite Bildungsweg neben seiner Ausbildungsfunktion ja auch hat, ist die Kommunikation
auch außerhalb von unmittelbaren unterrichtlichen Zusammenhängen nicht zu unterschätzen.
Gerade die im Eingangskapitel dargelegte Vielfalt der Lebens- und Berufswege, der zielstrebigen
und gebrochenen Lebensläufe der Studierenden macht den Austausch fruchtbar i.S.
einer Horizonterweiterung, die allemal der eigenen Orientierung dienlich sein kann – und dass
ein solcher Austausch beim Kaffee oder auch beim Bier oft besser gelingt als im Klassenraum,
muss sicher nicht eigens betont werden.
Die Schule ist bemüht, folgende Orientierungs- und Kommunikationsangebote weiterhin
bereit zu stellen und ggf. auszubauen bzw. bei sich ändernder Interessenlage der Studierenden
entsprechend zu modifizieren:
Orientierungsfunktion für die Weiterbildung der Studierenden generell haben
- zunächst die von der Schule aufgelegten Broschüren 'Faltblatt’ und 'Leitfaden’, die
die Struktur des Abendgymnasiums in knapper bzw. ausführlicher Form vorstellen,
sowie der 'Reader’, in dem die Unterrichtsinhalte der angebotenen Fächer skizziert
werden,
- dann die Studienberatung, die nicht nur bei der Einstufung der Studierenden wichtig
wird, sondern den Studierenden während ihrer gesamten Schullaufbahn zur Verfügung
steht und sie betreut,
- schließlich die in regelmäßigen Abständen vor Ort stattfindende Berufsberatung und
Information durch das Arbeitsamt.
Kommunikation fördern und damit die Schulatmosphäre positiv beeinflussen können Angebote
wie:
- der Studierenden-Aufenthaltsraum, der als Entspannungs- oder Arbeitsraum in
Freistunden zur Verfügung steht, aber auch für Klassen- bzw. Schulfeten ein geeignetes
Ambiente liefert.
- Der in der Pause geöffnete Kiosk der Hausmeister, wo für das leibliche Wohl gesorgt
wird und Energien für den letzten Unterrichtsblock aufgetankt werden können.
- Klassen- und Kursfahrten, die durch gemeinsame Aktivitäten das Miteinander und das
gegenseitige Verständnis fördern,
- die Aufnahmeveranstaltung für neue Studierende, bei der in lockerer Atmosphäre
' gestandene’ Studierende und Lehrende den ‚Neuen’ die Schwellenangst zu nehmen
suchen,
- schließlich das regelmäßige Sommer- bzw. Winterfest der Schule, das immer wieder
viele Ehemalige anzieht und so zur – modisch gesprochen - corporate identity beiträgt.
Darüber hinaus bietet das Abendgymnasium seit einigen Semestern in Form eines Semesterprogramm
sog. 'Außerunterrichtliche Angebote’ an, die mit kulturellen events u.ä. den Lebensraum
Schule auch am Wochenende öffnen. Und nicht zuletzt hat die Schule vor kurzer
Zeit – auch in Eigenleistung – ein Biotop angelegt, das im Sommer teilweise als Klassenraum
im Freien fungiert, vor allem aber als Ruhepunkt dient – auch gerade als Ruhepol für das Auge
inmitten der leider tristen Schularchitektur.