Gegenstände, Methoden und Zielsetzungen von Unterricht mit
Erwachsenen
... im sprachlich-literarisch-künstlerischen Aufgabenfeld
Das sprachlich-literarisch-künstlerische Aufgabenfeld hat zum Ziel die
Vermittlung und Erweiterung
der Kompetenzen in einem
- reflektierten Umgang mit Sprache in mündlicher und schriftlicher Form
- reflektierten Umgang mit ästhetischen Phänomenen
- reflektierten Umgang mit eigenen kreativ-ästhetischen Versuchen.
Damit sind grundlegende Kulturfähigkeiten benannt, deren Gültigkeit
vom sich vollziehenden
Wandel der modernen Gesellschaft zwar berührt werden, die aber letztlich
nicht grundsätzlich
in Frage stehen. Das bedeutet für eine öffentliche der Allgemeinbildung
verpflichteten Schu le, dass die o.g. Zielsetzungen nicht geopfert werden
dürfen, auch wenn sich die Voraussetzungen
bei den Nachfragern – im Übrigen auch im Ersten Bildungsweg –
geändert haben.
Die Veränderungen innerhalb der Studierendenschaft, die auf einem hier
nicht weiter auszuführenden
Ursachenbündel beruhen, zeigen sich am deutlichsten im Aufgabenfeld I
und zwar
konkret in der abnehmenden Beherrschung der (Mutter)Sprache, besonders in
der schriftlichen
Darstellung, in der konzentrierten Erfassung und Strukturierung von Texten
aller Art
und in einer weit verbreiteten Distanz zu ästhetischen Produkten (Literatur,
Kunst).
Wenn nun zwischen dem Stand der Studierenden und dem Ziel, das sie am Abendgymnasium
schließlich erreichen sollen und wollen, eine stärkere Differenz
besteht als vielleicht bis vor
einigen Jahren, so bedeutet dies eine pädagogische Herausforderung für
den Zweiten Bildungsweg
dahin gehend, dass neue Orientierungen auf dem Weg zum Ziel vorgegeben werden
müssen, die ihren Niederschlag sowohl im methodischen als auch im inhaltlichen
Bereich
finden. Dies kann und soll hier nur grob skizziert werden, aber doch immerhin
so, dass ein
Einblick in die Überlegungen und die schon initiierte Praxis vermittelt
wird.
Die Förderung und Ausweitung der Sprachkompetenz soll durch Verstärkung
des anwendungsorientierten Grammatikunterrichts erreicht werden, d.h. die
Studierenden sollen grundlegende Einsichten in das Sprachsystem erhalten und
dabei zugleich ein Instrumentarium für
die Analyse von Texten ganz gleich welcher Art an die Hand bekommen. Dabei
erscheint es
sinnvoll, dass der Deutsch- und Fremdsprachenunterricht stärker als bisher
kooperieren in der
Anwendung der Terminologie und in der terminlichen Behandlung der Grammatik,
da etwaige
Schwierigkeiten so in konzertierter Aktion behoben werden können. Die
Textproduktion
sollte sich nicht nur auf literarische Texte beziehen, auch wenn gerade diese
die Möglichkeit
bieten, sich mit vielerlei Erfahrungen vertraut zu machen, die dem einzelnen
Individuum allein
gar nicht möglich sind und insofern zur Horizonterweiterung, der Ausbildung
von Fantasie
und der Verbesserung der Sprachkompetenz beitragen.
Es sollen vielmehr unterschiedliche Schreibanlässe geschaffen werden,
die die veränderte
Lebenswirklichkeit der Studierenden stärker mit einbeziehen und auf diese
Weise vorhandene
Barrieren abgebaut werden können. Dies gilt insbesondere für die
Vorkurs-, aber auch für die
Einführungsphase. Das bedeutet keineswegs einen Verzicht auf literarische
Texte, sondern
eine stärkere Einbeziehung expositorischer Texte jeglicher Art.
Hier können auch Ansätze für eine stärkere Berücksichtigung
des kreativen Umgangs mit
Sprache realisiert werden, z.B. im Verfassen eigener Werbetexte, eigener Kommentierung
politischen und sonstigen Geschehens, Reportagen, aber auch Umschreiben von
kleineren
Erzähltexten in verschiedene Perspektiven. Dadurch wird die Sensibilisierung
für sprachliche
Erscheinungen verbessert, indem der bisherige Sprachhorizont irritiert wird.
Kompetenz im Bereich der viel diskutierten neuen Medien zu erwerben, dafür
hat das Abendgymnasium zur Zeit schon recht gute Voraussetzungen zu bieten
mit einem eigenen Computerraum mit Internetzugang für einzelne Arbeitsplätze.
Eine Mediothek mit vielerlei Lernsoftwareprodukten steht bereit für Recherchen
aller Art. An anderen PC-Arbeitsplätzen kann
mittels Textverarbeitung das Produzieren von Texten insofern erleichtert werden,
als dass
Überarbeitungen am PC ohne größere Umstände möglich
sind. So können grundlegende
Kenntnisse in der Textverarbeitung gewonnen bzw. schon vorhandene ausgebaut
werden.
Der Fremdsprachenunterricht, insbesondere das Fach Englisch, profitiert naturgemäß
von der
Möglichkeit, sich ganz aktuelle Texte aus dem Netz zu ziehen und dadurch
die Attraktivität
und Motivation zu steigern, ganz abgesehen davon, dass Englisch die Sprache
des neuen Mediums
ist. Aber auch die „alten“ Medien wie z.B. Film sollten nicht
vernachlässigt werden, da
viele Studierende diese gerne nutzen. Daher können Filmanalysen sowohl
im Fremdsprachen
als auch im Deutschunterricht einen wesentlichen Beitrag zur ästhetischen
Kommunikation
leisten, die einen wichtigen Bestandteil des Unterrichts am Abendgymnasium
darstellt.
In diesem Zusammenhang ist das Fach Kunst zu erwähnen, das am Abendgymnasium
Münster
einen hohen Stellenwert besitzt und entsprechend nachgefragt wird. Nicht ohne
Grund
finden auch ehemalige Studierende sich nach dem Abitur gerne in einer Kunst-AG
wieder
einfinden.
Erlebnisse zu schaffen, die aus dem Unterricht erwachsen und diesen wiederum
bereichern,
ist ein wichtiges Ziel am Abendgymnasium Münster. Dazu zählen der
Besuch von Lesungen,
Ausstellungen im eigenen Haus (vgl. dazu Außerunterrichtliche Angebote),
aber auch außerhalb,
Theateraufführungen u.a.m.
Abschließend sei noch auf einen wichtigen Aspekt hingewiesen:
Da das Abendgymnasium in stärkerer Zahl als bisher von Studierenden nachgefragt
wird,
deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sind spezielle Maßnahmen zur
Förderung eingerichtet
worden, die diesen Studierenden die Chance geben, ihre schriftsprachliche
Kompetenz zu
verbessern. Dazu haben einige Kolleginnen eine spezielle Weiterbildung besucht,
die sich auf
das Fach Deutsch als Zweitsprache bezieht:
Aussiedler, Ausländer, Eingebürgerte – das ist die gebräuchliche
Reihung zum Benennen einer
Studierendengruppe, die während der letzten Jahre an Zahl zugenommen
hat und deren
spezifische Problemlage uns zum Handeln herausfordert.
Trotz ihrer kulturellen Heterogenität wird diese Gruppe geeint durch
die Notwendigkeit, sich
in Deutsch nicht nur verständigen zu können als der Sprache, welche
in dem Land gesprochen
wird, das meist ungeplant zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden ist. Die Studierenden
aus
Kasachstan, Afghanistan, Kurdistan ... müssen sich auch schriftlich so
artikulieren können,
dass sie in allen Fächern das Studienziel erreichen, was die Kompetenz
nicht nur in einer
(weiteren) Fremdsprache, sondern in Deutsch als Zweitsprache erfordert.
Spracherwerbsunterricht können wir nicht leisten, wohl aber versuchen
wir, gerade in der
Vorkurs- und Einführungsphase die in der mündlichen Alltagskommunikation
entwickelten
Fähigkeiten zu stützen und zu erweitern: Seit zwei Semestern wird
der reguläre Deutsch-
Unterricht durch den Förderunterricht mit zwei bzw. vier Wochenstunden
begleitet; erstmals
wird im Deutsch-Unterricht des Vorkurses 1 Binnendifferenzierung nach Muttersprachlern/
Nicht-Muttersprachlern im Volumen von acht Wochenstunden erprobt.
In beiden Fällen werden die Grammatikkenntnisse systematisiert und durch
kontextgebundene
Übungen vertieft; Verstehensprobleme auf Grund der kulturellen Differenz
werden besprochen;
fachspezifische Fragen der Texterarbeitung werden, angepasst an das individuelle
Lerntempo, erörtert; Bausteine zur schriftlichen Analyse werden trainiert.
... im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld
Ziel des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes ist es unter einer
übergreifenden
Perspektive, die Studierenden in ihrem Interesse nach Entfaltung ihrer Persönlichkeit
und
reflektierter Teilhabe an gesellschaftlichen Angeboten und Chancen zu unterstützen.
Dabei orientieren sich die Fächer des Aufgabenfeldes (Erdkunde, Geschichte,
Philosophie,
Volkswirtschaftslehre) über ihre je fachspezifischen Inhalte und Methoden
an der Problematik
der intellektuellen und handlungsorientierten Durchdringung der bestehenden
gesellschaftlichen,
politischen, ökonomischen und ökologischen Probleme.
Vor dem Hintergrund zunehmender Geschwindigkeit gesellschaftlicher Entwicklungs-
und
Wandlungsprozesse und der damit gegebenen Änderungen in Verhaltensstil,
Zielsetzungen
und Motivationen der Studierenden, bedingt nicht zuletzt durch veränderte
Chancen im Arbeitsmarkt und verringerte Aufstiegschancen etwa in akademischen
Berufen, verstehen sich
die Fächer des Aufgabenfeldes II mit ihren spezifischen Themen und Fragestellungen
grundsätzlich
als Angebot zur orientierenden Reflexion historischer, gesellschaftlicher
und philosophischer
Problemstellungen.
Die Studierenden haben im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld die
Chance, das
Eigene wie das Fremde in Zeit und Raum zu erfahren. Ihre in den Unterricht
eingebrachte
Lebenserfahrung ist disparater noch als vor etwa zehn Jahren; das Verständnis
des individuellen
„Gewordenseins“ resultiert im Wesentlichen aus dem Privaten und
perspektiviert sich
darauf. Die gesellschaftspolitische, erst recht die historische Dimension
wird kaum aufgesucht,
auch deswegen nicht, weil aktuelle, große Debatten das Privatleben nicht
erreichen
oder lediglich bestehende Weltbilder verfestigen.
Mit dem Ziel einer fundierten Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen
und individuellen
Lebensfragen geht es um das Bewusstmachen der eigenen Position, um Reflexion
und
Erweiterung eigener und fremder Erfahrung, um auf häufig anzutreffendes
diffuses Unbehagen
an Gesellschaft, auf bestehende Unsicherheiten und Gefühle von Unübersichtlichkeit
gesellschaftlicher Prozesse zu reagieren.
In diesem Sinne verstehen sich die Fächer des Aufgabenfeldes II als Ort,
in dem die Studierenden
Wissens- und Handlungskompetenzbausteine erwerben können, die ihre Möglichkeit
zur persönlichen Entwicklung und Entfaltung, zur Partizipation an gesellschaftlichen
Angeboten
und Entscheidungsprozessen, zum Engagement auf persönlicher, lokaler,
regionaler und
überregionaler Ebene erweitern.
In diesem Zusammenhang bietet die vornehmlich vom Fach Erdkunde bzw. der Außenstelle
Rheine getragene Schulpartnerschaft mit der Rio Tinto Secondary School in
Mubayira/
Zimbabwe eine Möglichkeit eines schulverbundenen Engagements, das im
Bereich der
Völkerverständigung und der Minderung globaler Ungleichheiten praktisch
wird.
... im mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld
Gegenstand dieses Aufgabenfeldes ist die empirisch erfassbare und in formalen
Strukturen
beschreibbare, durch Technik gestaltbare Wirklichkeit sowie die Verfahrens-
und Erkenntnis-
weisen, die ihrer Erschließung und Gestaltung dienen. Im Rahmen des
mathematischnaturwissenschaftlichen Unterrichts am Abendgymnasiums sollen
die Studierenden diese Wirklichkeit reflektieren um so eigene Vorstellungen
und Wertungen zu vertiefen und zu erweitern.
Die Leistungsfähigkeit und Grenzen dieses Aufgabenfeldes zur Erklärung
„der Wirklichkeit“
werden dabei thematisiert.
Das mathematisch-naturwissenschaftliche Aufgabenfeld wird am Abendgymnasium
Münster
in der Kursphase durch das Pflichtfach Mathematik und – in den letzten
Jahren nahezu ausschließlich – durch das Fach Biologie repräsentiert.
Ein wesentliches Anliegen des Faches Mathematik liegt naturgemäß
darin, die Studierenden
anhand exemplarischer Inhalte aus der Analysis, Analytischen Geometrie bzw.
Statistik in die
logischen Denkweisen sowie strukturierten Arbeitstechniken innerhalb der Mathematik
einzuführen
um so auf die Anforderungen der Einführungssemester der meisten Studiengänge
an
der Fachhochschule oder Universität vorzubereiten und ihnen die Möglichkeit
zu eröffnen, sich anhand bekannter Denkstrukturen neue Inhalte zu erarbeiten.
Dabei setzen die strukturellen
Vorgaben (kombinierte Leistungs- und Grundkurse, keine Hausaufgaben) in diesem
übungsintensiven Fach enge Grenzen sowohl im Hinblick auf die Auswahl
der mathematischen
Inhalte als auch im Hinblick auf die Mathematisierung anwendungsbezogener
Beispiele. Eine
Verzahnung mit dem Fach Biologie ist innerhalb der Mathematik etwa im Rahmen
der Behandlung
von Exponentialfunktionen oder der beurteilenden Statistik in Ansätzen
möglich
und angestrebt. Umgekehrt erscheint eine Verzahnung innerhalb der Biologie
kaum möglich,
da das eine Vertiefung der biologischen Inhalte bedeuten würde, die über
die Schulbiologie
hinausgeht.
In der Vorkurs- und Einführungsphase müssen die zunehmend bei den
Studierenden vorhandenen
sehr großen inhaltlichen und aufgrund fehlender Übung auch die
unzureichenden technischen
Defizite ausgeglichen werden. Außerdem bringen nicht wenige Studierende
eine
Grundangst vor dem Fach Mathematik aufgrund schlechter Vorerfahrungen mit,
die es gilt
abzubauen. In Vorbereitung auf die Kursphase ist die Auswahl der mathematischen
Inhalte
stark eingegrenzt, im Vordergrund stehen Termumformungen, die Gleichungslehre
und der
Funktionsbegriff.
Die Fokussierung auf das Fach Biologie liegt sicherlich in der veränderten
Klientel (geringere
Studierendenzahlen, deutlich geringere naturwissenschaftliche Grundbildung)
und in organisatorischen Strukturen (nicht durchgängiges Angebot der
naturwissenschaftlichen Fächer in
der Eingangsphase) begründet. Dem Fach Biologie kommt somit eine besondere
Aufgabe zu:
Es muss stellvertretend für sämtliche naturwissenschaftlichen Fächer
einen Einblick in die
Arbeitsweisen, die Erkenntniswege und in den Umgang des Menschen mit naturwissenschaftlichen
Erkenntnissen geben. Darin spiegelt sich auch die gegenwärtige gesellschaftliche
Situation,
in der die Biologie als Leitdisziplin das Bild der Naturwissenschaften im
neuen Jahrtausend
bestimmt (Biotechnologie, Umgang mit den Erkenntnissen der Gentechnologie,
Umweltproblematik,
Zukunftschancen des Homo Sapiens).
Die rasanten Entwicklungen in den Naturwissenschaften und die veränderte
Klientel haben
am Abendgymnasium in den letzten Jahren zu deutlichen Veränderungen in
der Gestaltung
des Unterrichts im naturwissenschaftlichen Bereich geführt:
Veränderung der Inhalte
Sowohl die rasante Entwicklung der Kenntnisse in den Naturwissenschaften als
auch die Veränderung der Eingangsqualifikationen der Studierenden führte
zu einer deutlichen Änderung
der Themenauswahl. Im Vordergrund stehen nunmehr Aktualitätsbezug, Relevanz
für die
Studierenden, Exemplarität und Anwendungsbezug. Die Vermittlung von Grundkenntnissen
zum Verständnis der neuen Inhalte und Methoden bilden eine wichtige Grundlage
der Arbeit.
Stärkere Methodenorientierung
Die Auswahl der unterrichtlichen Schwerpunkte erfolgt zunehmend unter den
Aspekten der
Einführung in grundlegende und neue Arbeitsmethoden, der kritischen Reflexion
des Erkenntnisweges sowie der stärkeren Gewichtung der Möglichkeiten
selbständigen Arbeitens.
Lernen im Kontext.
Da das Fach Biologie Stellvertreter für alle naturwissenschaftlichen
Fächer sein muss, ergibt
sich die notwendige Konsequenz, Bezüge zu anderen Fächern und Fachbereichen
herzustellen.
Fächerverbindendes und fachübergreifendes Lernen oder „Lernen
in Projekten“ ist an
verschiedenen Stellen anzustreben.
Eigenständige kritische Beurteilung und Reflexion
Neben der Vermittlung von Kenntnissen und Inhalten spielt vor allem für
die erwachsenen
Studierenden die eigenständige kritische Reflexion und die Beurteilung
von wissenschaftlichen
Erkenntnissen sowie der Umgang mit Wissen eine entscheidende Rolle. Die eigenen,
oft
recht gefestigten Wertvorstellungen und Meinungen sollen auf der Basis einer
soliden Fachkompetenz
neu überdacht und in Frage gestellt werden. Eigene und fremde Positionen
sind in
ihrem historischen und gesellschaftlichen Kontext zu sehen und einer neuen,
erweiterten und
vorläufigen Bewertung zu unterziehen. Die Notwendigkeit einer ständig
neuen Bewertung
unter veränderten Bedingungen entspricht der Anforderung an lebenslanges
Lernen.
Besondere Bedeutung von Experimenten und Modellen
Im Rahmen des naturwissenschaftlichen Aufgabenfeldes kommt der Arbeit mit
Experimenten
und Modellen besondere Bedeutung zu. Der Stellenwert des Experiments im induktiven
wie
im deduktiven Erkenntnisweg wird reflektiert, und die Leistungsfähigkeit
und Grenzen von
Modellvorstellungen als Hilfe zur Erklärung von Ausschnitten der Wirklichkeit
werden in
allen Kursen thematisiert.
Angemessene Fachsprache und fachsprachliche Ausdrucksfähigkeit
Die komplexen mathematisch naturwissenschaftlichen Inhalte erfordern zwangsläufig
eine
klare, fachspezifische verbale und schriftliche Darstellungsweise. Angesichts
des wachsenden
Anteils an Studierenden, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, und einer
allgemein zu beobachtenden
Veränderung im Bereich der verbalen und schriftlichen Artikulationsfähigkeit
kommt der Schulung einer angemessenen Fachsprache und sprachlichen Ausdrucksfähigkeit
eine besondere Bedeutung zu.
Berücksichtigung außerschulischer Lernorte
Gerade in der Erwachsenenbildung und bei den geringeren fachlichen Eingangsvoraussetzungen
kommt der erfahrungsbezogenen und ganzheitlichen Bildung eine zunehmende Bedeutung
zu. Die Einbeziehung außerschulischer Lernorte ergibt sich auch aus
dem Fragehorizont
der Naturwissenschaften. Möglichkeiten bieten sich z.B. im Rahmen der
Ökologie (Aa-Bett-
Renaturierung), der Genetik (Humangenetische Beratungsstelle), der Evolution
(Zooschule
und Naturkundemuseum, Paläontologisches Museum).
Förderung selbständigen Lernens
Die Einführung kombinierter Leistungs- und Grundkurse als Konsequenz
der geringeren Studierendenzahlen
bietet die Notwendigkeit und gleichzeitig die Chance, die Selbstlerngruppen
zur intensiveren Förderung der Eigenständigkeit der Studierenden
zu nutzen. Die Selbständigkeit
soll im Verlauf der Kursphase durch zunehmend komplexere Aufgaben im mündlichen
wie im schriftlichen Bereich gefördert werden (Versuchsprotokolle in
S 3, Referate in S
4, komplexere schriftliche Arbeiten in S 5).