Die Organisation der Kursphase in Münster: ’Bielefelder Modell’
Das Fächerangebot
in der Kursphase ist zunächst einmal abhängig von der Zahl der Studierenden
im jeweiligen Semester; bei einer geringen Studierendenzahl können also
nicht alle am Abendgymnasium vertretenen Fächer angeboten werden. Mit
der Kurswahl entscheiden die Studierenden nicht nur über ihr je individuelles
Fächerprofil, sondern auch darüber, welche Fächer überhaupt
in ihrem Semester eingerichtet werden und welche nicht. Als Faustregel gilt:
ab etwa 20 Studierende können maximal 8 Fächer eingerichtet werden.
Die Wahl der Fächer in der Kursphase erfolgt am Abendgymnasium Münster
in einem gestuften Verfahren, in dem die Studierenden des 2. Semesters nach
dem Mehrheitsprinzip bestimmen,
1. welche Fächer neben den Pflichtfächern Deutsch, Mathematik und
Englisch in der Kursphase unterrichtet werden (Wahlgang 1) und
2. in welchen – maximal vier – der gewählten Fächer
ein Leistungskurs-Angebot gemacht wird (Wahlgang 2).
Dass auch bei geringen Studierendenzahlen immerhin noch vier Fächer als
Leistungskurse angeboten werden können, ist möglich, da das Abendgymnasium
seit dem WS 1996/97 die Kursphase in Anlehnung an das ’Bielefelder Modell’
organisiert. Nach dem zuvor praktizierten Organisationsmodell hätten
bei einer Semesterstärke unter 25 Studierenden lediglich zwei –
für alle verbindliche – Leistungskurse angeboten werden können.
’Bielefelder Modell’ heißt es, weil die Organisation der
Kursphase, wie sie im weiteren dargestellt und erläutert wird, zunächst
am Abendgymnasium Bielefeld konzipiert wurde. Grundidee ist, die Fächer,
in denen ein Leistungskursangebot gemacht wird, grundsätzlich als integrierte
Leistungs-/Grundkurse einzurichten. D.h. konkret: diejenigen Studierenden,
die das Fach X als LK wählen, werden zusammen mit denjenigen, die das
Fach X als Grundkurs gewählt haben, gemeinsam wöchentlich 3 Stunden
unterrichtet. Die Leistungskurs-Studierenden erhalten zusätzlich wöchentlich
zwei Unterrichtsstunden. Diese 2-stündigen Leistungskurs-Einheiten finden
im 14-täglichen Rhythmus einmal mit und einmal ohne den Fachlehrer statt.
In der Doppelstunde, die ohne Anwesenheit des Fachlehrers stattfindet,
haben die Studierenden eine begrenzte und abgestimmte Aufgabe eigenständig
– allein oder in Gruppen – zu bearbeiten.
Es versteht sich von selbst,
dass in den 2-stündigen LK-Einheiten der Unterrichtsstoff der gemeinsamen
3-stündigen Unterrichtseinheiten nicht einfach weitergeführt werden
kann, vielmehr ist der Stoff der LK-Einheiten parallel-vertiefend, aber weitgehend
unabhängig von den gemeinsamen LK/GK-Einheiten angelegt.
Dieses Organisationsmodell wurde vor seiner Einführung intensiv –
vor allem auch mit den Studierenden – diskutiert und schließlich
in der paritätisch besetzten Schulkonferenz verabschiedet. Es hat sich
in den letzten Jahren durchaus bewährt.
Die Organisation der Kursphase in Rheine
An der Außenstelle
in Rheine werden i.d.R. 3 Fächer im LK-Bereich angeboten. Alle
Studierenden belegen dabei ein Fach gemeinsam als Leistungskurs. Seinen zweiten
Leistungskurs wählt dann jeder Studierende aus einem Angebot von zwei
weiteren Fächern alternativ aus.
Die Studierenden des jeweils zweiten Semesters wählen hierzu nach dem
Mehrheitsprinzip,
· welche Fächer neben den Pflichtfächern (Deutsch, Englisch,
Mathematik) in der Kursphase unterrichtet werden (das Fächerangebot in
Rheine ist gegenüber Münster eingeschränkt),
· welches Fach der für alle verbindliche Leistungskurs sein wird.
Zunächst wird jeder Studierende im 3. und 4. Semester in seinen zwei
gewählten Leistungskursen und mindestens vier Grundkursen unterrichtet.
Im 5. und 6. Semester werden die Leistungskurse und Grundkurse im jeweils
gleichen Fach zusammengelegt und als 5-stündige integrierte Kurse weitergeführt.