Ernst Ludwig Kirchner
Potsdamer Platz
1914



Bildbeschreibung



E. L. Kirchner
 Biographie




1914 - der Weg in 
den ersten Weltkrieg



Potsdamer Platz:
Von der Drehscheibe
der kaiserlichen
 Reichshauptstadt
 zur 'Neuen Mitte'


Literarisches Zeitdokument:
Georg Heym:
 "Der Gott der Stadt"



Literaturangaben


Wir

































































             
Der Potsdamer Platz:

Von der Drehscheibe der kaiserlichen Reichshauptstadt
                                 zur ’Neuen Mitte’

     Potsdamer Platz 1914 

Zur Zeit der Reichsgründung (1871)
zählte die neue Reichshauptstadt
823 000 Einwohner. Wegen des raschen Bevölkerungsanstiegs ( 1900
bereits 1,9 Mio) wurde die alte Stadtmauer, die den Verkehr behinderte,
abgerissen. Ein neues ‚Millionärsviertel’ entstand: die Potsdamer Straße
mit neuen Villen begüterter Berliner Bürger und zahlreichen Hotels mit
internationalem Flair. Der Potsdamer Platz entwickelte sich zum
wichtigsten Verkehrsknotenpunkt, zunächst für Pferdebahnwagen, dann
für Droschken und Straßenbahnen, die ’Elektrischen’. 1907 wurde der
U-Bahnhof  Potsdamer Platz eröffnet. 


 
In den zwanziger Jahren
 war der Potsdamer Platz Drehscheibe für
Verkehr, Großstadtleben, Vergnügen. Hier kreuzten sich fünf der
belebtesten Straßen Berlins. 
1925 überquerten stündlich 600 Straßenbahnen den Platz.
Sein Wahrzeichen war der in der Platzmitte stehende Verkehrsturm mit
Normalzeituhr, von dessen Höhe ein Schutzmann  den Verkehr regelte.
1924 wurde hier auch die erste  Ampelanlage  in Deutschland errichtet.
Europas größtes Restaurant und Varieté, das ‚Haus Vaterland’ sowie das
renommierte Hotel Esplanade waren internationale Treffpunkte.

 
  Nach dem Krieg
trafen die Sektorengrenzen der Alliierten am
Potsdamer Platz aufeinander. Mit dem Mauerbau wurde der Platz zu
einem der trostlosesten Gebiete der Stadt, ödes Niemandsland zwischen
Ost und West, geprägt von Mauer, Stacheldraht, Wachtürmen,
 Todesstreifen.















Nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989
war der Potsdamer Platz einer der ersten offenen Grenzübergänge.
1990 schlossen die Konzerne Daimler-Benz, Sony und ABB mit der Stadt Grundstücksverträge ab. Es entstand eine der größten Baustellen der Welt: Der Ort, der  einst Verkehrsknotenpunkt, Nabel und Vergnügungszentrum der Hauptstadt war, soll in der  ‚neuen  Mitte’ wiederbelebt werden.

Heute
(2001) ist unter der Leitung des Italieners Renzo Piano ein neues Zentrum entstanden mit zahlreichen Bürotürmen, Wohnungen, Kulturinstituten, Hotels und Geschäften: sieben Gebäude aus Glas und Stahl, die zusammen ein spitzes Dreieck bilden.  Der japanische Medien- und Elektronik-Konzern Sony hat seine Europa-Zentrale hierher verlegt. Ein Medienzentrum ist entstanden mit Filmmuseum, 360°- Megakino und Mediathek. Es gibt ein Fünf-Sterne-Luxushotel (Grand Hyatt) , auf dessen Dach man joggen kann, ferner ein Musical-Theater, eine Spielbank und  ein Varieté. Unter dem lichtdurchlässigen gläsernen ’Fujiyama –Zeltdach’, dem neuen Wahrzeichen des Potsdamer Platzes, liegt das zentrale ’Forum’, die Plaza, , mit einer aktuellen Weltnachrichten-Bildwand, zahlreichen Cafés und Restaurants rund um ein Wasserspiel. Über 60 000 Menschen besuchen täglich den Potsdamer Platz. Das neue Zentrum scheint angenommen zu werden.