Justinian und Theodora  -
ein oströmisches
 Kaiserpaar

Die Mosaiken von Ravenna

   Historischer Kontext

     Zwei Biographien

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Literatur

Wir

 

Goldmedaillon
 mit dem Bild
KaiserJustinians
 um 535

Abguss nach dem verlorenen Original, British Museum, London

 

Biographie: Justinian      

482    Geburt Justinians, Sohn einer lateinisch sprechenden
          Bauernfamilie aus Tauresium bei Skopje, Neffe des
          Kaisers Justin I, der ihn früh nach  Konstantinopel holte,
           wo er eine vielseitige Ausbildung erhielt.
493    Der Ostgote Theoderich wird König von Italien
518    Justin I  wird von der Armee in Konstantinopel zum
          Kaiser ausgerufen.
Justinian wird ein wichtiger
          Ratgeber Justins I.
525   
Hochzeit Justinians und Theodoras
527    Tod Justins. Justinian und Theodora werden als
          Kaiserpaar gekrönt
529    Veröffentlichung des "Codex Iustinianus"
unter 
          Federführung dess Juristen Tribonian. Der Codex 
          enthält alle Kaisergesetze der Vorgänger Justinians.
          533 folgen die 50 Bücher "Digesten" mit Auszügen aus
          2000 Schriften römischer Juristen seit der Zeit der
          Republik.
          Der Codex diente jedem Gericht im gesamten Reich als  
          maßgebliche Rechtsgrundlage.
          Im Mittelalter bürgerte sich der Name "Corpus Iuris 
          Civilis"
für das Gesetzeswerk ein. Es gilt als das
          wichtigste Dokument der europäischen
          Rechtsgeschichte.
532    Sicherung der Ostgrenze durch einen mit Persien 
          geschlossenen "ewigen Frieden",
der aber immer
          wieder durchbrochen wurde und erst 562 mit hohen
          Tributzahlungen Justinians endgültig erkauft werden
           konnte.
532    Nika-Aufstand:
Die zahlreichen Kriege und die rege 
          Bautätigkeit (Hagia Sophia, Befestigungsanlagen)
          konnten 
          nur durch ein hohes Steueraufkommen finanziert werden.
          Der strenge Fiskalismus der Regierung und das
          autokratische Regime des Kaisers führten zu 
          revolutionären Unruhen, die von 
          den beiden großen Zirkusparteien betrieben wurden.
          Diese organisierten die Wagenrennen im Hippodrom: 
          Die 'Grünen' bildeten die Partei der kleinen Leute und
          der Arbeiter. Die 'Blauen' hatten ihre Gefolgsleute eher
          in  wohlhabenden, konservativen und streng orthodoxen
          Kreisen. Beide Parteien schürten den Aufstand.Justinian,
          der die zum Teil zerstörte Stadt und den belagerten
          Palast auf dem Fluchtweg verlassen wollte, konnte nur
          durch das energische Eingreifen  Theodoras 
          zurückgehalten werden. Die Revolte wurde durch die
          Truppen Belisars niedergeschlagen. Der Nika-Aufstand
           forderte rund dreißigtausend Tote.
533 - 536: 
Der Feldherr Belisar erobert zunächst in
          Nordafrika das Vandalenreich zurück, dann Sizilien
          von den Goten,
landet in Italien und belagert Neapel. 
        
  Der Italienkrieg dauert noch 20 Jahre - bis 553. Für
          seine Grausamkeit steht das Blutbad von Mailand durch
          die Goten  (539).
          540 kapitulierte  Ravenna vor Belisar.
          Dem Feldherrn  Narses gelang ab 551 die Eroberung 
          Italiens
.
535 - 537: drei Päpste werden  nacheinander ernannt:
          Agapet, Silverius und Vigilius.
 
          In seiner Kirchenpolitik schwankt Justinian zwischen
         den  Orthodoxen und den Monophysiten (griech:
          mónos: allein und physis: Natur -Anhänger der Lehre,
          dass  Christus nur eine  göttliche, nicht aber eine zugleich
          göttliche und menschliche Natur habe). 
543    Pest in Konstantinopel.
Die Epidemie forderte nach 
          Schätzungen 300 000 Tote. Auch Justinian war von der
          Pest befallen, konnte sich aber erholen. In den Monaten
          seiner Krankheit führte Theodora die Staatsgeschäfte.
548    Tod Theodoras
551    Rückgewinnung der Südspitze Spaniens von
          den Westgoten
565    Tod Justinians
Justinian hatte am Ende seines Lebens die römische  Herrschaft im Mittelmeerraum wiederhergestellt. Die meisten Rückeroberungen gingen allerdings bald nach seinem Tod wieder verloren. Seine Nachfolger gaben die Idee der Reichseinheit auf  und beschränkten sich auf die Herrschaft im griechischen Osten. Damit begann die eigentliche Geschichte des byzantinischen Reiches, das bis 1453 bestand.