Selbstzeugnisse des Augustus zu seinen politischen Vorstellungen zur Sicherung der inneren Ordnung im Staat (Prinzipat) und im Weltreich (Pax Augusta) - 
aus dem
Monumentum Ancyranum, dem  Tatenbericht des Augustus, der als Wandinschrift in einem ehemaligen römischen Tempel  in Ankara gefunden wurde:  

"Kriege zu Wasser und zu Lande, gegen innere und äußere Feinde, habe ich auf dem ganzen Erdkreis oft geführt und als Sieger alle römischen Bürger, die um Gnade baten, geschont. Auswärtige Völker, denen unbesorgt verziehen werden konnte, habe ich lieber erhalten als vernichten wollen. Ungefähr fünfhunderttausend römische Bürger waren als Soldaten auf mich vereidigt. Von diesen habe ich in Neugründungen angesiedelt oder nach Vollendung ihrer Dienstzeit in ihre Heimatgemeinden entlassen um einiges mehr als dreihunderttausend; diesen allen ließ ich Grund und Boden zuweisen oder gab ihnen Geld als Lohn für ihren Militärdienst ...
Die Diktatur, die mir in Abwesenheit und Gegenwart sowohl vom Volk als auch vom Senat angetragen wurde, habe ich nicht angenommen. Nicht abgelehnt aber habe ich, als größter Mangel an Brotgetreide herrschte, die Sorgen um die Nahrungsmittelbeschaffung, derer ich mich so annahm, dass ich innerhalb weniger Tage durch meine Aufwendungen und meine Fürsorge die ganze Stadt von Furcht und der bereits spürbaren Gefahr befreien konnte. ...
Auch als ... Senat und Volk einhellig meine Bestellung zum alleinigen, mit außerordentlicher Vollmacht ausgestatteten Hüter von Gesetz und Sitte betrieben, habe ich dies ebensowenig wie irgend ein anderes Amt angenommen, das mir im Widerspruch zu den Einrichtungen der Vorväter stehend angetragen wurde. Was damals der Senat von mir besorgt wissen wollte, habe ich kraft meiner tribunicia potestas  durchgeführt. ...
Den Tempel des Ianus Quirinus, der nach dem Willen unserer Vorfahren geschlossen werden sollte, wenn im ganzen Herrschaftsbereich des römischen Volkes, zu Wasser und zu Lande ein durch Siege gefestigter Friede eingekehrt sei - was nach der Überlieferung vor meiner Geburt, seit der Gründung der Stadt, überhaupt nur zweimal der Fall gewesen sein soll - diesen Tempel hat nun der Senat unter meiner Regierung dreimal zu schließen angeordnet."
(zit. aus: Geschichte und Geschehen I, Oberstufe, Ausg. A, Klett Schulbuchverlag, S. 89/90)

Aus den Res Gestae ( 34 ) :
"Für dieses Verdienst (der Rückgabe des Staates an Senat und Volk) wurde ich auf Senatsbeschluss Augustus genannt. Die Türpfosten meines Hauses wurden offiziell mit Lorbeerbäumchen geschmückt, über der Tür brachte man die corona civica (Kranz aus Eichenlaub) an, und in der Curia Iulia wurde der goldene Ehrenschild (clupeus virtutis) aufgestellt, den mir  Senat und Volk für meine Tapferkeit, Milde, Gerechtigkeit und Frömmigkeit (virtus, clementia, iustitia,pietas) zuerkannten, wie es auch auf der Inschrift des Schildes steht."

Clupeus virtutis (27 v. Chr.):

Übersetzung:

Senat und Volk von Rom widmeten dem
Imperator Caesar, dem Sohn des
vergöttlichten Caesar, dem Augustus,
Consul zum achten Male, den Schild
wegen des rastlosen Einsatzes seines
Lebens für den Staat (virtus),
wegen seiner Großmütigkeit gegen Feinde
und Schwächere (clementia),
wegen seiner Gerechtigkeit (iustitia),
wegen seiner tiefen moralischen
Verpflichtung (pietas)
gegenüber den Göttern und dem Vaterland.

aus: Unterrichtsmaterialien Geschichte. 615, Der Prinzipat des Augustus
Stark Verlag. S. 37