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Reich des Augustus

dtv-Atlas zur Weltgeschichte I, S.
94
Pax Augusta
Mit Pax Augusta oder Pax Romana
bezeichneten die Römer die durch Augustus nach der Zeit der Bürgerkriege geschaffene
Ordnung des Staates (Prinzipat ) und des
Weltreiches. Der innere Frieden dauerte über 250 Jahre
an und brachte eine rationale und dauerhafte Beherrschung
und Zivilisierung des großen Raumes des Imperium Romanum
durch die Römer. Herbeigeführt wurde dieser Zustand
seit Beginn des 1. Jh. n. Chr. durch eine
kaiserliche Politik, die ein verlässliches Rechtssystem und Sicherheit gegen
Willkürmaßnahmen sowie eine effiziente Verwaltung schuf
und die auch unter den Nachfolgern des Augustus das
Reich weitgehend von inneren Unruhen und Bürgerkriegen
bewahrte. Kennzeichen der Pax Romana sind die blühenden
Provinzen: Die Kontrolle der Statthalter schränkte die
zuvor üblichen Ausplünderungen deutlich ein; das Wirtschaftsleben in Landwirtschaft, Handel,
Handwerk, Straßenbau entwickelte sich, eine
funktionierende Reichsverwaltung wurde aufgebaut, die
sich weitgehend auf die Selbstverwaltung der
Städte stützte, das kulturelle und religiöse
Eigenleben der Städte und Provinzen respektierte,
lokale Führungsschichten an der Herrschaft
beteiligte und so die Akzeptanz der römischen
Herrschaft förderte. Dazu trug auch die zunehmend
großzügige Verleihung des römischen Bürgerrechts an
Nichtrömer bei (212 n. Chr. erhielten alle Bewohner des
Reiches das römische Bürgerrecht).
Nach außen wurde unter Augustus in erster Linie
die Konsolidierung des Reiches in den Grenzen von
Euphrat, Rhein und Donau betrieben, zumal die Bedrohungen
von außen begrenzt waren: das Partherreich blieb
friedlich und die Germanenstämme waren aufgespalten.
Pax Romana bedeutet nach römischem Selbstverständnis
neben dem inneren Frieden aber zugleich immer auch
militärische Beherrschung des Weltreiches und den
grundsätzlichen Willen zur offensiven Grenzpolitik, zur
Expansion und zur Erweiterung des orbis Romanus, wie er
sich in den Feldzügen in Britannien, Germanien, Dakien,
Asien, Nordafrika im Laufe des 1. Jh. n. Chr. zeigte.
Ihren künstlerischen Ausdruck findet die von den
Göttern garantierte Ordnung der Pax Romana z. B. in der Augustusstatue von
Primaporta und insbesondere im
Bildprogramm des Brustpanzers.
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