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Quid ad nos?
Philemon und Baucis: VIII, 617 - 724
die Geschichte vom guten Leben
Philemon und Baucis werden mit einer
überzeugenden, sinnfällig - sympathischen Metamorphose belohnt.
Was macht ihr Leben so gut und gelungen?
Die Grundbedingung: Sie nehmen ihr Leben an, wie es ist:
"...paupertatem fatendo
effecere levem nec iniqua mente ferendo."- 633-634
"Aus ihrer Armut machten sie keinen Hehl und ertrugen sie ohne
Murren: So ward sie ihnen leicht ".
Ferner: Sie bestimmen gleichberechtigt ihr Leben, ihren kleinen
Kosmos:
"es ist einerlei, ob man dort nach der Herrschaft oder
nach den Dienern fragt: die beiden sind der ganze Haushalt, sie gehorchen
und befehlen zugleich" (635-636):
"tota domus duo sunt, idem parentque
iubentque" - 636.
Schließlich: Sie können selbstverständlich abgeben und
großzügig teilen. Liebevoll und bis ins Einzelne beschreibt Ovid ihre
Gastfreundschaft wie ein Kunstwerk: das Lagerbereiten, Erfrischen,
Feuermachen, Mahlzubereiten und das aufmunternde Gespräch. "Zu
alledem kamen die freundlichen Gesichter hinzu und ein guter Wille, der
weder träge noch ärmlich war"
"... super omnia vultus
accessere
boni nec iners pauperque voluntas" - 677-678.
Der Situation entsprechend geben sich die Götter wunderbar zu
erkennen: Der Weinkrug füllt sich von selbst immer wieder.
Die wohlwollende Menschenfreundlichkeit, die die Geschichte durchzieht,
wird zum Schluss von dem greisen Lelex, der die Geschichte erzählt
hat, noch einmal zusammengefasst: "Es sorgten für sie die
Götter. Darum sollen sie selbst Götter sein. Wer Ehre erwies, soll Ehre
empfangen" - "Cura deum di sint, et qui coluere, colantur"
- 724.

G. Pépy, Laboratoire Léon Brillouin
Zum Paar gefügt
Zwei Buchen einer Wurzel
sacht bewegt, sobald ich
um ihren Tanz den Kreis beschreibe.
Die Stämme glatt und nah bei nah,
dass grad ein Luftzug
die Haut noch streichelt.
Erst im Geäst sind sie behende,
nackt winterlich verzweigt
vor leergeräumtem Himmel.
So bleiben sie im Takt,
verzückt mit leichter Beuge.
Weiß nicht, welche ist sie, welche er.
Zwei Buchen tanzen auf der Stelle
aus: Günter Grass: Letzte Tänze (2003)
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